Grachmusikoff
Grachmusikoff war eine Band aus dem oberschwäbischen Bad Schussenried. Die Texte sind überwiegend im schwäbischen Dialekt geschrieben. Die Gruppe war Ende der 1970er Jahre ein Wegbereiter des Schwobarocks, also der Mundartmusik mit Rock- und Popeinflüssen.
Die Gründung 1978
Die Band wurde im Sommer 1978 während einer Demonstration gegen die Schließung eines Jugendhauses in Bad Schussenried gegründet. Gründungsmitglieder waren die Zwillingsbrüder Georg und Alexander Köberlein sowie Hansi Fink. Anfangs nannte sich die Gruppe „Igor, Boris und Nikita Grachmusikoff“. Später wurde der Name auf Grachmusikoff verkürzt.
Ihr erstes Lied war „D’ Marie hockt dussa und pläret“. Es ist eine schwäbische Fassung des Volksliedes „Mariechen saß weinend im Garten“.
Musik zwischen Volk, Pop und Rock
In den ersten Jahren spielte die Band vor allem ruhige und teils volkstümliche Lieder mit Gesang, Keyboard und Gitarre. Das änderte sich 1983. Der Schlagzeuger Jürgen „Sulla“ Bratke kam von Schwoißfuaß dazu. 1984 kam der Bassist Dieter Zimmermann. Danach wurde die Gruppe immer mehr zur Rockband. Viele Stücke der Schwesterband Schwoißfuaß wurden fester Teil des Grachmusikoff-Programms, zum Beispiel „Oinr isch emmr dr Arsch“ und „Bin ich selbr Rastaman?“.
Die Musik reichte von Volks- und Popmusik über Blues und Rock bis zu Reggae und Ska. Nur wenige Stücke sind auf Hochdeutsch. Das Album „Dame oder Schwein“ von 1986 ist eines davon. Es erreichte ein Publikum außerhalb Baden-Württembergs, aber nicht in dem Maße, das die Band sich mit einem Plattenvertrag erhofft hatte.
Die Bühnenshow
Auf der Bühne gab es lange Sprechanteile zwischen den Liedern. Darin machte die Band mit Witzen und Anekdoten schwäbische Eigenarten zum Thema.
Ihr größter Erfolg war das Album „Im Musikantenstadl“ von 1990. Es verkaufte sich von allen Platten der Band am besten. In den 1990er Jahren gab die Band etwa alle zwei Jahre eine neue CD heraus und hatte rund 60 Auftritte im Jahr.
Alben
- 1980: Heit gibt’s koine Indianer
- 1982: Elegdroschogg?
- 1984: Langsam fett
- 1986: Dame oder Schwein
- 1990: Im Musikantenstadl
- 1992: Im Serail der Nackten Wilden
- 1994: Quasi lebt
- 1996: Danke. Schön.
- 1998: Zwanzg Johr Subbr
- 2000: Die Rückkehr der Melancholen
- 2000: Live
- 2002: Goddsallmächdig – Live
- 2003: Morbus Fidibus
- 2005: Keiner schunkelt
- 2008: Hippies & Futurischda
- 2012: Dobblgrachr
- 2017: Im Hause Sonnenschein
Ehrenpreis und Abschied
Am 11. April 2013 erhielten die Gründungsmitglieder Alex Köberlein, Georg Köberlein und Hansi Fink den Ehrenpreis des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg. Die Jury sagte, die Lieder hätten seit 35 Jahren das Lebensgefühl der schwäbischen Zeitgenossen widergespiegelt.
Mit einem Abschiedskonzert am 28. Dezember 2017 im Sudhaus in Tübingen beendete die Band ihre Arbeit aus Altersgründen.
Quellen
- Wikipedia: Grachmusikoff (CC BY-SA 4.0). Die Angaben zu Geschichte, Stil, Alben und Preisen stammen von dort.
- Website der Band: grachmusikoff.de
- Schwäbische Zeitung: Grachmusikoff-Gitarrist Hansi Fink ist tot (21.02.2024)
- Schwäbisches Tagblatt: Abschied von Grachmusikoff (30.12.2017)
Das Foto stammt von Rs-foto auf Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0).