Wörter aus „Redensart“
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- An alda Boom vrpflanzd mr net! = Einen alten Baum sollte man nicht mehr verpflanzen!
- An aldr Fuchs vrlierd sei Hoor, abbr net sei Lischd. = Der Charakter eines Menschen verändert sich auch im Alter kaum wörtl.: Ein alter Fuchs verliert seine Haare, aber nicht seine List.
- An aldr Sagg isch nemme guad fligga! = Alte Menschen sind nur noch schwer zu heilen! wörtl.: Ein alter Sack ist nur noch schwer zu flicken.
- An aldr Schbechd klopfd au net schlechd! = Auch ältere Männer haben es noch drauf! wörtl.: Ein alter Specht klopft auch noch ganz gut!
- An aldr Vogl vrhält sechs Jonge, abbr sechs Jonge koin Alda. = Ein alter Vogel verhält sechs Junge, aber sechs Junge keinen Alten.
- An aschdändigr Hond scheißd net vor dia oigena Diar. = Ein gut erzogener Hund scheisst nicht vor die eigene Tür.
- An broidr Arsch kommd net von dinne Spätzla. = Ursache und Wirkung wörtl.: Einem dicker Hintern entsteht nicht durch den Genuß dünner Teigwaren
- An bäbbige Fengr bleibd äwwl äbbas hänga! = Wer einmal lügt..! wörtl.: An klebrigen Fingern bleibt immer etwas hängen!
- An de Fedra kennsch an Vogl. = Manches sieht man auf den ersten Blick! wörtl.: An den Federn erkennt man eine Vogel.
- An dr Kirbe wirds au Nachd! = Auch die schönsten Momente gehen zu Ende wörtl.: Auch am Kirchweihfest wird es einmal Nacht!
- An dr Kopfarbad isch scho so manchr Ochs zgrond ganga! = An der Kopfarbeit ist schon so mancher Ochse gescheitert!
- An echdr Dagdiab faulenzd seiner Lebdag em Schwoiß von seim Agsichd! = Ein richtiger Faulenzer faulenzt sein ganzes Leben im Schweiße seines Angesichts!
- An feigr Arsch lässd koine laude Firz! = Feigling! wörtl.: Ein feiger Arsch lässt keinen lauten Fürze!
- An gscheidr Wei hodd no koim Domma gschaded. = Ein guter Wein hat noch keinem Dummen geschadet.
- An guadr Amboss hodd vor ma Hammr koi Angschd! = Keine Angst vor der Arbeit! wörtl.: Ein guter Amboss hat vor einem Hammer keine Angst!
- An guadr Baur guggd dreimol am Dag uff da Aggr! = Ein guter Bauer schaut dreimal am Tag auf seinen Acker!
- An guadr Dag vrgissd nein schlechde Däg. = Ein guter Tag lässt einen neun schlechte Tage vergessen.
- An guadr Freind isch oinr, der di mog, obwohl’r de kennd! = Ein guter Freund ist jemand, der dich mag, obwohl er dich kennt!
- An guadr Maga vrdaud au a saudomms Gschwätz! = Nicht aus der Ruhe bringen lassen! wörtl.: Ein guter Magen verdaut auch ein saudummes Gerede!
- An guadr Schdolberer fälld net ond wenn’r fälld, no liegd’r glei! = Ein guter Stolperer fällt nicht und wenn es fällt, dann liegt er gleich auf der Nase!
- An jonga Boom muasch beizeid biaga! = Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr! wörtl.: Einen jungen Baum muss man beizeiten in Form biegen!
- An kloinr Hafa laufd schnell iebr. = Ein kleiner Topf läuft schnell über.
- An kloinr Haufa isch meh, als a groß Beigle. = Ein kleiner Haufen ist mehr, als ein großes Häufchen.
- An rechdr Beddlmo vrhongerd net! = Ein guter Bettler verhungert nicht!
- An rechdr Grombirasalad muass soichnass ond net furzdrogga sei. = Ein guter Kartoffelsalat muss schlonzig sein, nicht trocken.
- An vollr Bauch lobds Faschda! = In Sicherheit kann man leicht gute Ratschläge geben! wörtl.: Ein voller Bauch lobt das Fasten!
- An vrschroggana Mo isch au em Hemml net sichr! = Ein ängstlicher Mann fühlt sich auch im Himmel nicht sicher!
- An wiaschdr Blätz isch bessr, als a schees Loch. = Besser ein hässlicher Flicken, als ein schönes Loch.
- Andere Middr henn au scheene Mädla! = Der Trost aller verlassener Männer. wörtl.: Andere Mütter haben auch schöne Töchter!
- Andre Leit senn au net bessr! = Andere Menschen sind auch nicht besser!
- Angschd han e koine, abbr renna kann e! = Angst habe ich keine, aber ich kann sehr schnell rennen!
- Arm dra isch emmr no bessr, wie koin Arm dra! = Arm dran sein, ist immer noch besser als keinen Arm zu haben!
- Arm heirada ond Geld heemacha, des ko mr jedn Dag, do muass mr net brässiera! = Ohne Mitgift heiraten und Geld sinnlos verschwenden kann man jederzeit, dazu braucht man sich nicht beeilen!
- Armut isch, wemmr schbara muass, Reichtum isch, wemmr schbara ko! = Armut ist, wenn man sparen muss; Reichtum ist, wenn man trotzdem sparen kann.“
- Armut schänded net, sie nervt bloß! = Armut schändet nicht, aber sie nervt ziemlich!
- Au Guadr hälds aus, ond om an Schlechda isch net schad! = Ein guter Mensch hält das aus, und um einen schlechten Menschen ist es nicht schade!
- Au Katza, dia schnurrad, kratzad! = Auch schnurrende Katzen kratzen!
- Au a alde Maus finded iberall a Loch! = Lebenserfahrung macht manches wieder wett! wörtl.: Eine alte Maus findet überall ein Loch!
- Au a blende Sau find au amol a Oichele. = Auch ein blindes Schwein findet manchmal eine Eichel.
- Au a gscheide Henn hodd scho ens oigene Neschd gschissa. = Das kann jedem passieren! wörtl.: Auch eine kluge Henne hat schon mal ins eigene Nest geschissen.
- Au a gscheide Henn legd amol neba ’s Neschd! = Das kann jedem passieren! wörtl.: Auch eine kluge Henne legt mal ein Ei neben das Nest.
- Au a guads Leba isch net oifach! = Auch ein gutes Leben hat seine Tücken!
- Au am schenschda Vogl fallad amol d’Fedra aus. = Schönheit vergeht wörtl.: Auch dem schönsten Vogel fallen einmal die Federn aus.
- Au an guadr Boom drägd ogleichs Obschd! = Auch ein guter Baum trägt ungleiches Obst!
- Au aus amma Geschle wird amol a Gosch ond no an Riasl! = Alles ist im Wandel wörtl.: Auch aus einem süßen Mund wird mal ein Mund und dann ein Maul!
- Au dia Reiche miassad schderba! = Es gibt doch eine irdische Gerechtigkeit wörtl.: Auch die Reichen müssen sterben!
- Au dinne Spätzla gäbad an broida Arsch = Auch Kleinvieh macht Mist wörtl.: Auch dünne Spätzle führen zu einem dicken Hintern
- Au dr beschd Baur aggred amol a kromme Furch! = Jedem geht mal was daneben! wörtl.: Auch der beste Bauer zieht mal eine krumme Furche!
- Au dr beschda Katz kommd amol a Maus naus! = Auch die beste Katze fängt nicht immer jede Maus!
- Au dr schdärgschde Rega fängd mit ma Dropfa an. = Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. wörtl.: Auch der stärkste Regen beginnt mit dem ersten Tropfen
- Au geale Bieballe werdad amol weiße Henna. = Auch gelbe Küken werden später weiße Hennen.
- Au kloine Grodda henn Gift! = Auch vermeintlich kleine Menschen können giftig werden! wörtl.: Auch kleine Kröten sind giftig!
- Au kloine Leit kennad große Schadda werfa! = Auch kleine Menschen können große Schatten werfen! Auch kleine Menschen können Großes vollbringen.
- Au mit kloine Schriddla kommd mr ans Ziel! = Auch mit kleinen Schritten kommt man an ein Ziel!
- Au scheene Däg lobd mr erschd Obads. = Auch die schönen Tage lobt man erst am Abend.
- Au scheene Äbfl faulad! = Schönheit vergeht! wörtl.: Auch schöne Äpfel werden eines Tages unansehnlich!
- Au schwarze Kiah gäbad weiße Milch. = Auch schwarze Kühe geben weiße Milch.
- Au vom Dimmschda kannsch no was lerna! = Auch von dem Dümmsten kann man noch was lernen!
- Au wemmr ald wird wie a Kuah, mr lernd emmr was drzua. = Der Mensch wird alt wie eine Kuh und muss lernen immer zu.
- Au wenn a Katz emma Fischlada Jonge kriagd, senn des koine Fisch! = Nie den Blick für die Realität verlieren! wörtl.: Auch senn eine Kartze in einem Fischladen Junge bekommt, sind das keine Fische!
- Au wer scho als Kalb en d’Fremde gohd, kommd als Kuah hoim! = Auch wer schon als Kalb in die Ferne zieht, kommt als Kuh wieder heim!
- Au ’s ondrdreiba, ko mr iebrdreiba! = Auch das untertreiben, kann man übertreiben!
- Aus Biebberla werdad Gees ond aus Kendr amol Leit. = Aus Küken werden Gänse und aus Kindern einmal Erwachsene.
- Aus Kendr werdad Leit, aus Mädla werdad Bräud! = Aus Kindern werden Leute, aus Mädchen werden Bräute!
- Aus amma Besaschdiel kasch net guad a Flöd schnitza = Aus einem Besenstiel kann man keine Flöte schnitzen.
- Aus amma Grabb, wird koi Nachdigall! = Der Mensch ändert sich nicht wörtl.: Aus einem Raben wird keine Nachtigall!
- Aus amma Scheißhafa wird nia a Suppaschissl! = Viele Dinge sind einfach vorgegeben! wörtl.: Aus einem Nachttopf wird nie eine Suppenschüssel!
- Aus amma Seggl, wird koi Nachdigall! = Der Mensch ändert sich nicht wörtl.: Aus einem Idioten, wird keine Nachtigall!
- Aus andrer Leit Haud isch guad Riema schneida! = Aus der Haut von anderen Menschen kann man leicht Lederstreifen schneiden!
- Aus de Auga, aus am Senn! = Aus den Augen, aus dem Sinn!
- Aus dem wurd nix, ond wenn mr’n en Schmalz siaded. = Ein hoffnungsloser Fall. wörtl.: Aus dem wird nichts, und wenn man ihn in Schmalz ausbäckt!
- Aus emma Kälble ko bloß a Rindviech werda! = Der Weg ist vorgezeichnet! wörtl.: Aus einem Kälbchen kann nur eine Kuh werden!
- Aus ra scheena Schissl hosch no lang nix gessa! = Die Optik alleine macht nicht satt! wörtl.: Aus einer schöner Schüssel hast Du noch lange nichts gegessen
- Aushalda, Haushalda, Maul halda! = Die drei schwäbischen Kardinaltugenden .. nur früher? wörtl.: Aushalten Haushalten, Mund halten!
- Aussa an Engl, enna an Bengl. = Trau schau wem. wörtl.: Aussen ein Engel, innen ein Bengel
- Aussa hui ond enna pfui! = Was von außen gut aussieht, muss nicht auch innen gut sein!
- Bacha isch net gsodda! = Man kann nicht alles über einen Kamm scheren! wörtl.: Gebacken ist nicht gesiedet
- Baddeds nix, no schadeds nix! = Wenn es auch nichts nützt, so schadet es auch nicht!
- Bassierd isch bassierd! = Was geschehen ist, ist geschehen!
- Bees muass Bees vrdreiba = Gleiches mit Gleichem vergelten wörtl.: Böses muss man mit Bösem vertreiben
- Beese Kendr machad d’Väddr fromm. = Böse Kinder bringen die Väter zum beten. wörtl.: Böse Kinder machen die Väter fromm!
- Bei de Alde wird mr guad khalda! = Sagt man, wenn ein alter Mann eine junge Frau nimmt! wörtl.: Bei den Alten wird man gut verhalten!
- Bei de Reiche lernd ma ’s schbara, bei de Arme ’s kocha. = Bei den Reichen lernt man das Sparen, bei den Armen das Kochen.
- Bei dem fohld sogar dr Wallach! = Der hat unverschämtes Glück wörtl.: Bei dem bekommt sogar der Wallach ein Fohlen!
- Bei dem henn au älle Oir zwoi Döddr! = Sagt man über jemanden, der unverschämtes Glück hat! wörtl.: Bei dem haben alle Eier zwei Eigelbe!
- Bei dem kommd au dr Durschd am Saufa nemme hendrher! = Sagt man über einen Säufer wörtl.: Bei dem kommt auch der Durst dem Saufen nicht mehr hinterher!
- Bei dem läufd au dr Scheißdregg berguff! = Wenn jemand unverdientes Glück hat wörtl.: Bei dem läuft die Scheiße den Berg hoch!
- Bei dem läufd au d’Nos ond riachad d’Fiaß. = Bei dem läuft die Nase und riechen die Füße.
- Bei dem winkd au scho dr Petrus mit am Schlissl! = Bei dem ist der Tod nah! wörtl.: Bei dem winkt auch schon Petrus mit dem Schlüssel!
- Bei dem wird ’s Bier au net saur! = Sagt man über jemanden, der gerne trinkt. wörtl.: Bei dem wird das Bier auch nie sauer!
- Bei dene herrschd Ordnong en dr Familie, do hodd jeds Kend an oigena Vaddr. = Sagt man scherzhaft über Familien mit eher undurchsichtigen Elternbeziehungen. wörtl.: Bei denen herrscht Ordnung in der Familie, jedes Kind hat einen eigenen Vater.
- Bei manchem isch es em Kuahschdall wärmr, als em Herza! = Bei manchem gibt es im Kuhstall mehr Wärme, als im Herzen!
- Bei mir isch am End vom Geld oifach no zviel Monad iebrig. = Bei mir reicht das Geld hinten und vorne nicht aus. wörtl.: Bei mir ist noch zuviel Monat übrig, wenn das Geld ausgeht!
- Bei ons sitzt ’s Geld net loggr, abbr sichr! = Bei uns sitzt das geld nicht locker, aber sicher!
- Bei so am wiaschda Weddr isch a Leich koi Vrgniaga! = Bei so einem Sauwetter ist eine Beerdigung kein Vergnügen!
- Beim Biegla gibt sich viel, hodd sellr Schneidr gsagd, wo da Hosalada henda nognähd hodd. = Einfach immer optimistisch ans Werk gehen wörtl.: Mit Bügeln kann man noch manches ausbügeln, hat der Schneider gesagt, als den Hosenladen hinten angenäht hatte
- Beim Schaffa friera ond beim Essa schwitza, des senn mr dia Rechde. = Bei der Arbeit frieren und beim Essen schwitzen, diese Menschen mag ich nicht.
- Beim heirada, sodd mr net hudla! = Eine Ehe sollte man mit Bedacht angehen!
- Beim nix do, sodd mr net hudla! = Beim Müßiggang sollte man sich Zeit lassen!
- Berg ond Dal kommad net zsamma, abbr d’Leit. = Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Menschen.