Wörter aus „Redensart“
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- A Bäumle kosch biega, an Baum nemme! = Man soll die Dinge nicht zu lange aufschieben! wörtl.: Einen kleines Bäumchen kann man noch (in Form) biegen, einen Baum nicht mehr!
- A Eh isch wie a Voglhäusle: Wer drenn isch, will naus, ond wer draußa isch, will nei! = Eine Ehe gleicht einem Vogelhaus: Wer drin ist, will hinaus, wer draußen ist, möchte hinein!
- A Eh ohne Kendr, isch wie an Dag ohne Sonn! = Eine Ehe ohne Nachwuchs, ist wie ein Tag ohne Sonne!
- A Eh wird meischd em Hemml gschlossa, abbr drnoch fälld mr aus älle Wolga! = Eine Ehe wird meistens im Himmel geschlossen, aber danach fällt man aus allen Wolken!
- A Frau machd sich emmr Sorga um ihr Zukunfd, bis se an Mo hodd. A Mo machd sich nia Sorga um sei Zukunfd, bis er a Frau hodd. = Eine Frau sorgt sich immer um Ihre Zukunft, bis sie einen Mann hat. Ein Mann sorgt sich nie um seine Zukunft, bis er eine Frau hat.
- A Henn wo viel gaggarad, legd wenig Oier. = Viel Schein, wenig Sein! wörtl.: Eine Henne, die viel gackert, legt wenig Eier.
- A Katz mit Hendschich fängd koine Mäus! = Auf die richtige Ausstattung kommt es an! wörtl.: Eine Katze mit Handschuhen fängt keine Mäuse!
- A Kuah, dia net kalbd, daugd nix! = Damit wurden früher kinderlose Frauen verspottet. wörtl.: Eine Kuh, die keine Kälbchen hat, taugt nichts!
- A Leich en Roddaburg isch ällaweil no luschdigr, wie d’Fasnet en Schduargd. = Ein Begräbnis in Rottenburg ist meist lustiger, wie der Fasching in Stuttgart.
- A Riahle gohd iber a Briahle. = Ein guter Schlaf ist oft besser als eine gute Suppe (Fleischbrühe).
- A Sau wird vom viela wiega au net feddr! = Häufiges Nachmessen bringt meist keinen Gewinn! wörtl.: Ein Schwein wird auch nicht fetter, wenn man es häufiger nachwiegt.
- A Schdeckapferd frissd als meh wie vier Gäul. = Ein Hobby verschlingt oft mehr als vier Pferde.
- A Schdigg Brod em Sagg isch bessr wie a Fedr am Huad! = Man muß die Dinge des Lebens richtig einschätzen wörtl.: Ein Stück Brot in der Tasche ist besser, als eine Feder am Hut!
- A Schwob wird net reich durch viel vrdiena, sondern durch wenig ausgäba! = In den Genen verhaftete schwäbische Grundeinstellung wörtl.: Ein Schwabe wird nicht reich durch gut Verdienen, sondern durch wenig ausgeben!
- A Weib hodd ofd bloß d’ Hosa a, weil se dr Mo net raduad! = Eine Frau hat oft nur deshalb die Hosen an, weil der Mann seine nicht auszieht!
- A Weib ka em Schurz meh naustraga, als dr Mo uff’m Waga reiführa. = Eine Frau kann in der Schürze mehr raustragen, als ein Mann in einem Wagen wieder hereinbringen kann.
- A Weib schlaga isch koi Kunschd, abbr a Weib net schlaga! = Schwäbische Einsicht in die Veränderung von Partnerschaften wörtl.: Eine Frau zu schlagen ist keine Kunst, aber sie nicht zu schlagen!
- A Weibrzong isch wie an Kuahschwanz, beide schdandad nia schdill! = Die Zunge einer Frau ist wie ein Kuhschwanz, beide stehen nie still!
- A alde Kuah vrgissd gern, dass se au amol a Kalb gwä isch. = Eine alte Kuh vergisst gern, daß sie auch mal ein Kalb (also jung) gewesen ist.
- A alde Sonndagshos am Werdag hebd net so lang, wie a alde Werdagshos am Sonndag. = Eine alte Sonntagshose hält am Werktag nicht so lange, wie eine alte Werktagshose am Sonntag.
- A bissle domm isch jedr, abbr so domm wie Du muasch ersch mol werda! = Jeder ist ein wenig dumm, aber so dumm wie Du musst man erst mal werden!
- A bissle domm isch jedr, abbr so domm wie manchr isch koinr! = Jeder ist ein wenig dumm, aber so dumm wie mancher, ist niemand!
- A bissle isch emmr no bessr, wie gar nix. = Ein wenig ist immer noch besser, als gar nichts.
- A fedde Kich gibt a magers Teschdamend. = Wer aufwändig kocht, hat vermutlich mal wenig zu vererben. wörtl.: Eine fette Küche führt zu einem mageren Testament.
- A gnagelde Schraub hebd emmr no bessr, wie an geschraubdr Nagl! = Alte Handwerkerregel wörtl.: Eine Schraube, die eingehämmert wurde, hält viel besser als ein Nagel, der eingeschraubt wurde.
- A guade Ausred isch an Batza wert! = Eine gute Ausrede ist viel wert! wörtl.: Eine gute Ausrede ist einen Batzen wert
- A guade Eh isch wia Brod, mr sodd se emmr frisch halda! = Mit einer guten Ehe ist es wie beim Brot, man sollte sie immer frisch halten!
- A guade Sau frissd ällas. = Ein gutes Schwein frisst alles.
- A guads Gwissa kommd bloß vom a schlechda Gedächdnis. = Der Mensch liebt es, zu verdrängen. wörtl.: Ein gutes Gewissen kommt nur von einem schlechten Gedächtnis
- A halbr Balla isch gladd nausgschmissas Geld! = Ein halber Rausch ist nur rausgeworfenes Geld!
- A hausigs Weib isch de beschd Schbarkass! = Nichts geht über ein sparsames Eheweib! wörtl.: Ein sparsames Eheweib ist die beste Sparkasse!
- A kadolischs Wirschdle kochd au emma evangelischa Hafa! = Ein Statement für die interkonfessionelle Ehe! wörtl.: Ein katholisches Würstchen kocht auch in einem evangelischen Topf!
- A kromms Holz gibt au a grads Feur! = Form follows function! wörtl.: Ein krummes Holz gibt auch ein schönes Feuer!
- A leerer Gruaß gohd barfuass. = Kein Besuch ohne Mitbringsel. wörtl.: Ein leerer Gruß geht barfuß.
- A leers Gschwätz filld koin Sagg! = A leeres Gerede füllt keinen Sack!
- A manchr Baum bliahd schee, ond drägd doch koi Fruchd! = Der Schein trügt wörtl.: Mancher Baum blüht schön, und trägt dann doch keine Früchte!
- A rechdr Schwob wird nia ganz zahm! = Ein rechter Schwabe wird nie ganz zahm!
- A scheene Frau wär domm, wenn se au no gscheid wär! = Eine schöne Frau wäre ganz schön blöd, wenn sie auch noch klug wäre.
- A vrschiddeds Wassr kannsch nemme uffheba! = Verschüttetes Wasser kann man nicht mehr aufheben!
- A wiaschds Weib isch dr beschd Zau oms Haus! = Eine zänkische und streitsüchtige Frau ist der beste Schutz für ein Haus!
- A Äggerle ond a Kuah, deckad älle Armut zua. = Auch wenig Besitz kann glücklich machen! wörtl.: Ein kleiner Acker und eine Kuh, lassen einen die Armut vergessen.
- Ald bisch erschd, wenn De saure Milch nemme beißa kosch! = Alt bist Du erst dann, wenn Du saure Milch nicht mehr beißen kannst!
- Ald isch mr, wemmr en dr Schdadt emmr wenigr kennd, abbr uff am Friedhof emmr meh! = Alt ist man dann, wenn man in der Stadt immer weniger Menschen kennt, abner auf dem Friedhof umso mehr!
- Alde Henna ond alde Kiah, gäbad ofd dia beschde Briah. = Alte Hennen und alte Kühe, geben oft die beste Brühe.
- Alde Kiah senn fei am beschda, hodd dr Baur seim Jonga gsagd, als der noch de junge Mädla guggd hodd. = Alte Kühe sind die besten, hat der Bauer seinem Sohn gesagt, als der nach jungen Mädchen Ausschau gehalten hat.
- Alde Kärra, deand gern gnarra! = Wenn Männer altern..! wörtl.: Alte Karren, lieben es zu knarren!
- Alde Lieb roschded net, abbr schimmlig ko se werda. = Alte Liebe rostet nicht, aber schimmelig kann sie werden.
- Alde Mäus gangad net leichd en d’Fall! = Alte Mäuse sind nur schwer mit einer Falle zu fangen!
- Alde Scheira brennad am leichdeschda! = Gerade ältere Frauen können noch einmal sehr in Liebe entflammen wörtl.: Alte Scheunen brennen am leichtesten!
- Aldr Wei ond jonge Weibr senn dia beschde Zeidvrdreibr! = Alter Wein und junge Mädchen sind der beste Zeitvertreib!
- Alle Äggerla ond Wiesa, sollad ons da Hals nafliesa! = Alle Äcker und Wiesen sollen uns den Hals hinabfließen!
- Alloi drenga, isch wie alloi drescha. = Allein machts einfach keinen Spaß. wörtl.: Allein zu trinken ist, wie alleine zu dreschen
- Am Arsch isch dongl, abbr net windschdill! = Am Hintern ist es dunkel, aber es geht immer ein Lüftchen!
- Am Maul ond an de Gloidr ko mr am meischda vrschbara. = Beim Essen und bei der Bekleidung kann man am meisten einsparen.
- Am Neschd ko mr sea, was fir en Vogl dren hausd. = Einem Nest kann man ansehen, was für ein Vogel darin wohnt.
- Am Obad werdad d’Faule fleissig. = Am Abend werden die Faulen fleissig.
- Am Vrdiena isch no koinr zgrund ganga! = Am Geldverdienen ist noch keiner gestorben!
- Am gernschda han e a kurze Red ond a lange Wurschd! = Am liebsten sind mir kurze Ansprachen und lange Würste!
- Am liebschda han e a kurz Gebed ond lange Brodwirschd. = Am liebsten ist mir ein kurzes Gebet und lange Bratwürste.
- Amma Arma bläst dr Wind ens Gsichd, er ko schdanda wia’r will. = Einem Armen bläst der Wind ins Gesicht, egal wie er sich auch hinstellt.
- Amma Durschdiga isch guad eischenka! = Manches ist wirklich einfach wörtl.: Bei einem Durstigen ist es leicht gut einzuschenken!
- Amma Langsama vrschimmld ’s Brod em Maul. = Einem langsamen Menschen verschimmelt das Brot im Mund!
- Amma Millr sagd mr’s zwoimol, amma Esl dreimol. = Einem Müller sagt man alles zweimal, einem Esel dreimal
- Amma Narra ko mr nix ieblnehma. = Einem Narren kann man nichts übelnehmen.
- Amma Rauschiga weichd sogar dr Millr aus. = Manchmal muss man einfach jeder nachgeben! wörtl.: Einem Betrunkenen weicht sogar der Müller aus.
- Amma Räuschle isch net dr Wei schuld, sondern dr Dringr. = An einem Rausch hat nicht der Wein, sondern der Trinker Schuld.
- Amma Zuaguggr isch koi Arbad zviel! = Unbeteiligte haben immer die besten Ideen! wörtl.: Einem Zuseher ist keine Arbeit zu viel!
- Amma fromma Mo ond ma bissiga Hond sodd mr aus am Weg ganga! = Einem frömmelnden Mann und einem bissigen Hund geht man besser aus dem Weg!
- Amma hongriga Maga isch schwer prediga. = Einem hungrigen Magen ist schwer zu predigen.
- Amma kalda Ofa kannsch de net wärma! = An einem kalten Ofen kann man sich nicht wärmen!
- Amma nondrgschluggda Word isch no koinr gschdorba. = Manchmal sollte man einfach den Mund halten. wörtl.: An einem verschluckten Wort ist noch niemand gestorben.
- An Baur ond an Dokdr wissad zamma meh, als an Dokdr alloi! = Ein Bauer und ein Arzt wissen zusammen mehr, als ein Arzt alleine!
- An Baur vrschdohd an Baura meh, als an Dokdr! = Ein Bauer versteht einen Bauern, mehr als ein Arzt!
- An Bfarrer on a Bäuerle wissad zamma meh, als an Bfarrer alloi! = Ein Pfarrer und ein Bauer wissen zusammen mehr, als ein Pfarrer allein!
- An Blindr siehd bei Dag soviel wie bei Nachd. = Schwäbische Logik :-) wörtl.: Ein Blinder sieht bei Tag soviel wie bei Nacht.
- An Bock ond a Goiß, machad anandr hoiß! = Das ewige Spiel der Geschlechter wörtl.: Ein Bock und eine Ziege machen einander heiß!
- An Bsuach machd zwoimol Freud: wennr kommd ond wennr widdr gohd. = Ein Besuch macht zweimal Freude. Wenn er kommt und wenn er wieder geht.
- An Dommr fälld bloß uff, wenn em a Gscheidr vrkommd! = Ein Dummkopf fällt nur dann auf, wenn er einem klugen Menschen begegnet!
- An Fuchs frissd au gscheide Henna! = Klugheit schützt vor Schaden nicht! wörtl.: Ein Fuchs frisst auch kluge Hühner!
- An Fuchs isch schlau ond schdelld sich domm, bei de meischde isch des andersrom! = Ein Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, bei den meisten Menschen ist das andersherum!
- An Fuchs muasch sei ond net bloß so schdenga! = Sei nicht nur ein billiger Abklatsch! wörtl.: Ein Fuchs muss man sein und nicht bloß so riechen!
- An Gaul ond a Maus machad a ganz Johr aus. = Die Trächtigkeitsdauer von Pferd und Maus zusammen sind genau ein Jahr wörtl.: Ein Pferd und eine Maus machen ein Jahr aus.
- An Geizhals ond a fedde Sau senn erschd noch am Dod zu äbbas Nutz! = Ein Geizhals und ein fettes Schwein entfalten ihren Nutzen erst nach dem Tode!
- An Gscheidr frogd sich selbr, a Dommr andere! = Ein kluger Mensch fragt erst mal sich selbst, ein dummer lieber andere!
- An Gscheidr ko au vom a Domma lerna, abbr koin Dommr vom a Gscheida. = Ein Gescheiter kann auch von einem Dummen lernen, aber kein Dummer von einem Gescheiten.
- An Gsondr hodd dausend Winsch, an Krankr bloß oin. = Ein Gesunder hat 1000 Wünsche, ein Kranker nur einen.
- An Gsondr mechd viel, an Krankr bloß ois! = Ein Gesunder will vieles, ein Kranker nur eines.
- An Gsondr woiß net, wie reich er isch. = Gute Gesundheit schätzt man viel zu wenig. wörtl.: Ein Gesunder weiß nicht, wie reich er ist!
- An Guades dengd mr lang, an Schlechdes längr! = An gute Dinge denkt man lange, aber an schlechte sehr viel länger!
- An Haufa Sach, wenn se no scho do wär! = Es gibt viel zu tun, wenn es doch nur schon erledigt wäre!
- An Hond derf mr sei, abbr koin Daggl! = Besser gerissen, als blöde! wörtl.: Ein Hund darf man sein, aber kein Dackel!
- An Kiebl Wassr ond a Rohr, ferdig isch an Deutz-Modor. = So beschrieb man die unverwüstlichen Deutz-Motoren...
- An Mo gohd nia fehl, er find bloß Neis! = Ein Mann verirrt sich nie, er findet einfach immer etwas Neues!
- An Neidichr leid’ meh an dir, als an sich! = Ein neidischer Mensch leidet mehr an dir, als an sich!
- An Ochs gibt koi Milch! = Manches läßt sich nicht erzwingen wörtl.: Der Ochse gibt keine Milch!
- An Ongl, wo was midbrengd, isch bessr wie a Dande, wo Klavier schbield! = Wie wahr! wörtl.: Lieber ein reicher Onkel, als eine Tante, die Klavier spielt!
- An Schwob geizd net, er schbard! = Ein Schwabe ist nicht geizig, sondern sparsam!
- An Schwob schbard net am Leba, sondrn fir’s Iebrleba! = Ein Schwabe spart nicht am Leben, sondern für das Überleben!
- An Schwob schbard net, weil’r muass, sondrn weil er’s ko! = Ein Schwabe spart nicht, weil er es muss, sondern weil er es kann!
- An Säufr ond an Hurabock, dia friard’s au no em diggschda Rock! = Den Säufer und den Hurenbock, die frieren auch noch im dicksten Gewand!