Wörter aus „Redensart“
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- Bergab schiebad älle Heilige, berguff abbr koi Deifl. = Bergab schieben alle Heilige, bergauf aber kein Teufel.
- Bessr a Glatz, als gar koine Hoor. = Besser eine Glatze, als gar keine Haare.
- Bessr a Wort zwenig, als zwoi zviel! = Besser ein Wort zuwenig, als zwei zuviel!
- Bessr als Bäuerle fahra, wie als Herrle laufa. = Besser als Bauer fahren, als wie ein Möchtegern-Herr laufen.
- Bessr an Dag z’friah, als a Minudd zschbäd! = Lieber einen Tag zu früh, als eine Minute zu spät!
- Bessr an ehrlicha Feind, als an falscha Freind! = Besser ein ehrlicher Feind, als ein falscher Freund!
- Bessr an ehrlicha Händl, als an falscha Frieda! = Besser ein ehrlicher Streit, als ein falscher Frieden!
- Bessr an guada Nochbr, als an beesa Onkl! = Besser ein guter Nachbar, als ein böser Onkel!
- Bessr an wiaschdr Blätz, als a schandlichs Loch! = Besser ein hässlicher Flicken, als ein grässliches Loch!
- Bessr em Hocka oin schdanda han, als em Schdanda oin hocka. = Männer! wörtl.: Besser im Sitzen einen Ständer haben, als im Stehen einen sitzen.
- Bessr em Schdall zviel Kiah, als en dr Schdub zviel Kendr! = Lieber zuviel Kühe im Stall, als zuviel Kinder in der Wohnung!
- Bessr hälenga reich, als oheimlich arm! = Lieber heimlich reich, als unheimlich arm!
- Bessr mit Reu vrkaufa, als mit Reu bhalda. = Besser etwas mit Reue verkaufen, als mit Reue behalten.
- Bessr mr denkt ällas, was mr sagd, als mr sagd ällas, was mr denkt. = Schweigen ist Gold wörtl.: Besser, man bedenkt alles, was man sagt, als man sagt alles, was man denkt.
- Bessr reich glebt, wie arm gschdorba. = Besser reich gelebt, als arm gestorben.
- Bessr schiach, als blind. = Besser hässlich, als blind.
- Bessr schiela, als blind. = Besser schielen, als blind zu sein.
- Biddre Pilla sodd ma schlugga ond net vrbeißa! = Bittere Pillen sollte man einfach schlucken und nicht darauf herumbeißen!
- Billig vrkaufa ond schlechd heirada kannsch äll Dag! = Billig verkaufen und ungut heiraten kann man jeden Tag!
- Bis der bronzd hodd, han e scho zwoimol gschissa! = Sagt man über einen umständlichen Menschen wörtl.: Bis der einmal gepinkelt hat, habe ich schon zweimal geschissen.
- Bloama als Gschenkle senn emmr dankbar! = Blumen machen als Mitbringsel immer Freude!
- Blogd oin da Durschd, isch ällas andre Wurschd! = Hat man großen Durst, wird alles andere zur Nebensache! wörtl.: Plagt einen der Durst, ist alles andere Wurst!
- Bloß de Domme moinad, d’Gscheide wissdad älles. = Nur die Dummen glauben, dass die Klugen alles wissen.
- Bloß faule Mädla schneidad dicke Rädla. = Nur faule Mädchen schneiden dicke Scheiben.
- Bloß koi Angschd vor de Herra, Baura senn au Leit. = Nur keine Angst vor den Herren, Bauern sind auch Menschen.
- Bloß moina hoißd, nix wissa! = Nur zu meinen heißt, nichts zu wissen!
- Bloß net zviel zahla, ’s könnd jo oinr a Gschäfdle mit oim macha! = Niemals zuviel bezahlen, damit keiner an einem etwas verdient!
- Borga machd Sorga! = Ausleihen macht Sorgen! Sowohl beim Leiher, als auch beim Verleiher...
- Brobiera gohd iebr schdudiera! = Probieren geht über Studieren!
- Brodwirschd findsch net em Hennaschdall! = Auf den richtigen Ort kommt es an! wörtl.: Bratwürste findest Du nicht im Hühnerstall!
- Bschiss kommd uff da Disch! = Betrug kommt irgendwann ans Tageslicht! wörtl.: Beschiss kommt auf den Tisch!
- Bsuach isch scho rechd, solang er d’Schuah net raduad. = Besuch freut einen immer, solange er nicht über Nacht bleibt. wörtl.: Besuch ist ok, solange er die Schuhe nicht auszieht!
- Bsuach isch wie an Fisch, noch drei Dag fangd dr a zom schdenka. = Besuch ist wie Fisch: nach drei Tagen stinkt er.
- Da beißd koi Maus an Fada ab = Da führt kein Weg dran vorbei wörtl.: Da beißt die Maus keinen Faden ab
- Dahoim isch, wo dr Schlissl bassd! = Das Zuhause ist da, wo der Schlüssel passt!
- Dama henn ’s Vorrechd, hodd dr Saudreibr vo Ulm gsagd and hodd d’Sau vorausdrieba! = Ehre, wem Ehre gebührt wörtl.: Die Damen haben den Vortritt, hat der Schweinehirte von Ulm gesagt und hat die Sau vorangetrieben
- Damit emmr meh, emmr wenigr do kennad, missad emmr wenigr, emmr meh do! = Damit immer mehr, immer weniger machen können, müssen immer weniger, immer mehr tun!
- Dass bloß nix vrkommd! = Dass um Himmels Willen nichts unnötig schlecht wird oder weggeworfen werden muss!
- Daube Ohra isch schlechd prediga! = Auch ein gutes Wort ist vergeblich, wenn es auf taube Ohren stößt! wörtl.: Tauben Ohren kann man nur schwer predigen!
- De Alde sagd mr net älles, ond dia Jonge brauchad net älles wissa. = Den Alten sagt man nicht alles, und die Jungen müssen nicht alles wissen.
- De Domme senn onserm Herrgott seine liebschde Kendr. = Den Seinen gibts der Herr im Schlaf wörtl.: Die Dummen sind dem Herrn die liebsten Kinder.
- De Reiche ihre Mädla ond de Arme ihre Kälbla kommat ällaweil an da Mo! = Die Mädchen der Reichen und die Kälbchen der Armen bringt man immer an den Mann!
- De gscheide Leit bassierad meh domme Sacha, wie de domme Leit gscheide. = Kluge Menschen haben mehr Missgeschicke, als dumme Menschen geniale Einfälle.
- De gscheide Leit gangad d’Hoor raus, Sauköpf muaß mr brieha. = Manche sind halt etwas zäher wörtl.: Den klugen Menschen gehen die Haare aus, Sauköpfe muss man brühen.
- Dem hodd Katz ens Feurzeig bronzd! = Dem klebt das Pech an den Fingern! wörtl.: Dem hat die Katze ins Feuerzeug gepinkelt
- Dem kalbd dr Sägbock! = Der hat unverschämtes Glück wörtl.: Bei dem bekommt auch noch der Sägbock Junge!
- Dem kaschd ondrwegs d’Schuah ausziaga = Ein langsamer Mensch wörtl.: Dem kann man unterwegs die Schuhe ausziehen
- Dem muasch au a Frau in Wassralfenga giassa lassa. = Ein Mann, dem keine Frau gut genug ist wörtl.: Dem muss man auch eine Frau in Wasseralfingen gießen lassen.
- Dem oina sei Dod, isch am andra sei Brod. = Dem einen sein Tod, ist des anderen Brot.
- Dem sei Weib brauchd net ens Gschäfd schbrenga, er weckd se beizeid. = Bei dem muss die Frau nicht zur Arbeit eilen, er weckt sie rechtzeitig auf.
- Den hold dr Deifl amol pfondweis! = Der holt der Teufel mal in kleinen Portionen!
- Den kosch net braucha, der hodd zwoi linke Händ ond dia au no em rechda Hosasagg! = Ein völlig unbrauchbarer Mensch wörtl.: Mit dem kann man nichts anfangen, der hat zwei linke Hände und die stecken auch noch in der rechten Hosentasche.
- Den scheniert d’Mugg an dr Wand! = Dem kann keiner etwas recht machen! wörtl.: Der stört sich sogar an der Fliege an der Wand!
- Den soichd koi Hond meh a. = Mit dem will niemand etwas zu tun haben. wörtl.: Den pinkelt kein Hund mehr an
- Denka dirfad älle, abbr emmr meh schbarads sich! = Denken dürfen alle Menschen, aber immer mehr davon ersparen sich das!
- Der Gerechde muß viel leida, hodd sellr Mesner gsagd, als er zom Leida ganga isch = Im Schwäbischen klingen 'läuten' und 'leiden' fast gleich, eben 'leida' wörtl.: Der Gerechte muss viel leiden, hat jener Mesner gesagt, als er zum Glockenläuten gegangen ist.
- Der Sagg isch au no net zuabonda! = Die Sache ist noch nicht zu Ende! wörtl.: Der Sack ist noch nicht zugebunden!
- Der beigd au Erbsa ond dörrd Schnee! = Der bekommt nichts auf die Reihe! wörtl.: Der schichtet Erbsen und trocknet Schnee!
- Der blähd sich uff, wie drei Oir em Gredda! = Der gibt an wie zehn nackte Neger wörtl.: Der bläht sich auf, wie drei Eier im Korb!
- Der bläzged wie a alda Kuah da Buggl nuff! = Der schnauft wie eine alte Kuh am Berg!
- Der butzd Nos, eh er schneuzd = Der ist ein übergenauer Mensch wörtl.: Der putzt die Nase, ehe er schneuzt
- Der butzt au ’s Messr am Käs ab! = Der bekommt nichts auf die Reihe! wörtl.: Der putzt das Messer am Käse ab!
- Der dabbd rom, wie dr Blinde em Dorf. = Ein umständlicher Mensch. wörtl.: Der läuft herum, wie der Blinde im Dorf.
- Der danzd wie da Lomb am Schdecka. = Sagt man über jemanden, der gern und gut tanzt. wörtl.: Der tanzt wie der Lump am Stecken
- Der drehd an Pfennig zwoimol om, bevor er en widdr eischdeggd. = Der dreht den Pfennig zweimal um, bevor er ihn wieder einsteckt.
- Der druggt nei, wie dr Michel en Hemml. = Ein überaus rücksichtsloser Mensch wörtl.: Der drückt sich rein wie der Michael in den Himmel.
- Der druggt rei wie d’Kälde! = Ein rücksichtsloser Mensch! wörtl.: Der drückt sich herein wie die Kälte
- Der drägd au an Sagg mit Armut, der mit Elend zuabonda isch. = Der trägt einen Sack mit Armut, der mit Elend zugebunden ist.
- Der duad nix ond drengd au noh a Bier drzua! = Der ist stinkfaul! wörtl.: Der arbeitet nichts und trinkt auch noch ein Bier dazu!
- Der duad wie d’Goiß am Bändl. = Der ist völlig aus dem Häuschen wörtl.: Der führt sich auf wie eine Ziege an der Leine.
- Der duad wie d’Mugg em Kruag! = Der ist völlig aus dem Häuschen! wörtl.: Der führt sich auf wie eine Fliege in einem Krug.
- Der däd am liebschda a verreggts Goißle hiada! = Der ist ein fauler Sack! wörtl.: Der würde am liebsten eine tote Ziege hüten!
- Der däd am liebschda au no Mugga melga! = Sagt man über einen geizigen Menschen wörtl.: Der würde am liebsten auch noch Mücken melken!
- Der däd am liebschda au no da Schallbesa melga! = Der versucht aus allem einen Vorteil zu ziehen! wörtl.: Der würde am liebsten auch noch den Stallbesen melken!
- Der däd am liebschda au no da Zauschdecka melga! = Der versucht aus allem einen Vorteil zu ziehen! wörtl.: Der würde am liebsten auch noch den Zaunstecken melken!
- Der däd am liebschda de andre au no d’ Sonn vrhänga! = Sagt man über einen geizigen Menschen wörtl.: Der würde am liebsten den anderen Menschen auch noch die Sonne verhängen!
- Der däd am liebschda en d’Beddflasch drennei schlupfa! = Der ist halt ein Warmduscher! wörtl.: Der würde am liebsten in die Bettflasche hineinkriechen!
- Der fiehrd sich uff wie dr Fuchs em Hennaschdall. = Ein rücksichtsloser Kerl wörtl.: Der führt sich auf wie ein Fuchs im Hühnerstall.
- Der frissd au an Laib Brod uff oimol ond glotzd nach meh. = Der kriegt den Rachen nicht voll wörtl.: Der frisst auch eine Leib Brot auf einmal und schaut dann nach mehr
- Der gohd au bald mit am Buggl en d’Kirch. = Der wird bald sterben wörtl.: Der geht auch bald mit einem Buckel in die Kirche.
- Der gohd mit em Geld om, wie d’Sau mit em Schdroh! = Der geht mit Geld um, wie ein Schwein mit Stroh!
- Der graddled drher wie a Pflugschloif! = Der kommt breitbeinig daher wörtl.: Der stolziert daher wie eine Pflugschar!
- Der hockd uff seim Sach druff, wie d’Henn uff am Oi. = Der kann sich von gar nichts trennen wörtl.: Der sitzt auf seinem Besitz, wie die Henne auf dem Ei.
- Der hockt do wie an Baur, wo da Zens brochd hodd! = Der sitzt ganz gemütlich und denkt gar nicht ans aufbrechen wörtl.: Der sitzt da wie ein Bauer, der gerade den Zins abgeliefert hat.
- Der hodd a Graddl wie Bschdandgoiß! = Der ist sehr eingebildet! wörtl.: Der hat den Beinabstand einer Zuchtziege!
- Der hodd a Gwald wie a Haus! = Der ist echt stur! wörtl.: Der hat eine Gewalt wie ein Haus!
- Der hodd a Maul wie Dischlad! = Der hat einen sehr breiten Mund! wörtl.: Der hat einen Mund wie eine Tischschublade
- Der hodd a schdille Mess! = Der ist beleidigt! wörtl.: Der hat eine stille Messe!
- Der hodd a scheene Leich khet! = Das war eine gelungene Beerdigung!
- Der hodd an Kraddl, wie a Schdall voll Enda! = Ein Großkotz, wie er im Buche steht! wörtl.: Der ist hochmütig, wie ein Stall voller Enten!
- Der hodd ao zwoi Händ, oine zom nehma ond oine zom bhalda! = Der hat ein sehr einnehmendes Wesen wörtl.: Der hat auch zwei Hände, eine zum nehmen und eine zum behalten!
- Der hodd au vollens da Schirm ens Egg gschdelld! = Der ist gestorben! wörtl.: Das hat nun den Schirm endgültig in die Ecke gestellt!
- Der hodd au zwoimol "Hier" gschria, als se d’Nosa vrdoild henn! = Sagt man über einen Menschen mit einer großen Nase wörtl.: Der hat auch zweimal HIER gerufen, als man die Nasen verteilt hat.
- Der hodd meh Ausreda, als an jongr Hond Flöh! = Der hat mehr Ausreden, als ein junger Hund Flöhe!
- Der hodd meh Dregg am Schdecka, als Hoor am Grend. = Der hat mehr Dreck am Stecken, als Haare auf dem Kopf.
- Der hodd nix zom saga, ond woiß au net wie. = Den kannst Du vergessen! wörtl.: Der hat nichts zu sagen und weiß auch nicht wie.
- Der hodd sei rode Nos au net von z’enge Schuah! = Über jemanden, der gerne über den Durst trinkt. wörtl.: Dem seine rote Nase rührt auch nicht von zu engen Schuhen her!
- Der hodd ’s ganz Leba en oi Loch neigschissa! = Sagt man über jemand, der sein Leben lang im gleichen Haus gewohnt hat! wörtl.: Der hat sein ganzes Leben immer nur in ein Loch hineingeschissen.
- Der hodd’s scheenr wie d’Fix! = Der sollte dankbar sein für so viel Glück wörtl.: Der hat es besser als die Füchse!
- Der huaschded reich ond schbuggt arm. = Der lebt über seine Verhältnisse wörtl.: Der hustet reich und spuckt arm.