Wörter aus „Redensart“
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- Der isch am liebschda do, wo scho gschaffd, abbr no net gessa isch! = Der drückt sich gerne vor der Arbeit! wörtl.: Der ist am liebsten da, wo schon gearbeitet, aber noch nicht gegessen wurde!
- Der isch au beim Feldschitz en d’Schual ganga! = Ignorant wörtl.: Der ist auch beim Feldschütz in die Schule gegangen
- Der isch au d’Pederleng uff älle Suppa! = Der tanzt auf allen Hochzeiten! wörtl.: Der ist die Petersilie auf allen Suppen!
- Der isch au net vo Gäbahausa, abbr vo Holabach. = Der ist nur auf seinen Vorteil aus wörtl.: Der ist auch nicht von Gebenhausen, sondern von Holenbach.
- Der isch au nia alloi! = Der ist immer betrunken, hat also seinen Affen dabei :-) wörtl.: Der ist auch nie alleine!
- Der isch au no z’faul zom Essa. = Unschwäbische Faulheit! wörtl.: Der ist zu faul zum Essen.
- Der isch au uff am Rossmarkt zur Weld komma. = Der feilscht gerne wörtl.: Der ist auch auf dem Roßmarkt zur Welt gekommen
- Der isch au vom Roschd ens Feur gfalla! = Der ist jetzt noch schlimmer dran! wörtl.: Der ist vom Rost direkt ins Feuer gefallen!
- Der isch hell en dr Kapell = Der ist ganz schön helle im Köpfchen wörtl.: Der ist helle in der Kapelle
- Der isch so phäb, der druggt zwoimol amma Furz. = Der ist so knickrig, der drückt sogar zweimal am gleichen Pups.
- Der isch um sei ganze Sach komma! = Der hat alles verloren! wörtl.: Der ist um seine ganze Sache gekommen!
- Der isch z’domm zom a Loch en Schnee bronza! = Der ist zu allem zu blöde! wörtl.: Der ist zu dumm, um ein Loch in den Schnee zu pinkeln!
- Der ko au d’Goiß zwischa de Hörnr kissa. = Der ist extrem dünn wörtl.: Der kann die Ziege zwischen den Hörnern küssen.
- Der ko au iebr jedn Dregg lacha! = Der kann auch über alles lachen!
- Der kommd amol gwieß en Hemml, bei dem häld’s net amol dr Deifl aus. = Der kommt bestimmt einmal in den Himmel, bei dem hält es nicht mal der Teufel aus.
- Der lebd au bald zwischa zwoi Breddla ond vier Breddr! = Bei dem ist der Tod nah! wörtl.: Der lebt bald zwischen zwei Brettchen und vier Brettern!
- Der lebd wie dr Schbatz em Hanfsoma. = Der lebt wie Gott in Frankreich wörtl.: Der lebt wie der Spatz im Hanfsamen.
- Der liggd au da ganza Dag em Schadda. = Eine faule Sau! wörtl.: Der liegt den ganzen Tag im Schatten.
- Der machd au no a Deigsl an d’Suppaschissl! = Sagt man über einen unbeholfenen Menschen wörtl.: Der macht sogar an die Suppenschüssel noch eine Deichsel!
- Der moind au, er häb Milch em Hafa, dabei scheint bloß dr Mond nei! = So kann man sich täuschen! wörtl.: Der glaubt auch, er hätte Milch im Krug, dabei scheint nur der Mond hinein!
- Der moind au, er kennd mit ma Furz an ganza Aggr dünga = Ein unverbesserlicher Optimist wörtl.: Der glaubt auch, er könnte mit einem Furz einen ganzen Acker düngen
- Der moind au, seine Läus kenndad da Schnupfa kriaga, wenn’r Kapp raduad. = So sagt man über einen sehr hochnäsigen Mensch wörtl.: Der glaubt auch, seine Läuse würden sich einen Schnupfen holen, wenn er seine Mütze lupft
- Der oine issd gern Baggschdoikäs, der andre gohd liebr en d’Kirch. = Jeder hat halt seine Eigenheiten wörtl.: Der eine ist gerne Limburger, der andere geht lieber in die Kirche
- Der oine scheißd gern in d’Hos, der andere mags net so. = Jeder ist halt anders wörtl.: Der eine macht gerne in die Hose, ein anderer mag das nicht so.
- Der riechd au scho nach Dannaholz! = Sagt man, wen jemand im Sterben liegt wörtl.: Der riecht auch schon Tannenholz (aus dem wurden früher die Särge gezimmert)
- Der sauad, wie wann er gschdohla hädd. = Der rennt um sein Leben wörtl.: Der rennt, wie wenn er gestohlen hätte
- Der saufd net bloß, der frissd au no! = Der bekommt den Hals nicht voll! wörtl.: Der säuft nicht nur, der isst auch noch dazu!
- Der saufd sich au uff da Hond!! = Der versäuft Hab und Gut wörtl.: Der säuft sich auf den Hund!
- Der schbard da Pfennig ond lässd d’Mark vrregga! = Der spart an den Pfennigen und macht dann die Mark kaputt!
- Der schenkd dr au oi Oi ond will drfier zwoi! = Der sieht auch nur seinen Vorteil! wörtl.: Der schnekt Dir ein Ei und erwartet dafür zwei!
- Der schield so, der siehd am Middwoch scho boide Sonndäg. = Der schielt so, daß er am Mittwoch beide Sonntage sehen kann.
- Der schreid oin a wie d’Sau em Sagg! = Der schreit einen richtig unverschämt an! wörtl.: Der schreit einen an wie ein Schwein in einem Sack.
- Der schreid wie an Dachmarder! = Wenn jemand laut schreit! wörtl.: Der schreit wie ein Dachmarder
- Der schwimmd wie an Wetzschdoi, net weid, abbr dief! = Ein Blödmann wörtl.: Der schwimmt wie ein Wetzstein, nicht weit, aber tief!
- Der schwätzd au vier Schbrocha: Schwäbisch, noch dr Schrifd, durch d’Nos ond iebr d’Leit! = Der spricht in 4 Sprachen: Schwäbisch, hochdeutsch, durch die Nase und über die Menschen.
- Der schwätzd au wie dr Blind von der Farb! = Der redet auch wie der Blinde von der Farbe!
- Der schwätzd oin bees ondrn Disch! = Der hat absoluten Sprechdurchfall! wörtl.: Der redet einen schwer unter den Tisch
- Der setzd au d’Kapp mit am Hammr uff! = Ein umständlicher Mensch wörtl.: Der setzt auch die Mütze mit dem Hammer auf!
- Der siehd dr Kuah am Eudr a, was dr Buddr en Paris koschded. = Einer der das Gras wachsen hört wörtl.: Der sieht der Kuh am Euter an, was der Butter in Paris kostet.
- Der singd wie a Sau gräbbsld! = Der singt grauenhaft! wörtl.: Der singt wie ein kletterndes Schwein!
- Der soll sei Supp no selbr ausleffla! = Die Sache hat der sich selbst eingebrockt! wörtl.: Der soll seine Suppe selbst auslöffeln!
- Der suachd an Gaul ond reid uff eam! = Der sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht wörtl.: Der sucht ein Pferd und dabei reitet er doch gerade auf einem!
- Der suchd da Dregg, ond wenns koin hodd! = Der sucht die Nadel im Heuhaufen, auch wenn es gar keinen Heuhaufen gibt!
- Der wird au no kaddolisch! = Der kommt schon noch zur Besinnung! wörtl.: Der wird auch noch katholisch!
- Der woiß au, was guad isch. = Der kennt sich aus wörtl.: Der weiß auch, was gut ist!
- Der woiß au, wo d’Katz en Doig langd! = Ein verschlagener Mensch wörtl.: Der weiß auch, wo die Katze in den Teig fasst!
- Der wurd au em Schmalzhafa net fedd! = Ein dürrer Mensch wörtl.: Der wird auch im Schmalzhafen nicht dick!
- Der wär erschd rechd, wenn mr’n oba ond onda absäga ond no d’Midde wegschmeißa däd. = Den kannst Du vergessen wörtl.: Der wäre erst dann zu gebrauchen, wenn man ihn oben und unten absägen und die Mitte wegwerfen würde.
- Der ziagd au koi Wurschdhaud vom Dällr! = Der bringts nichts zuweg wörtl.: Der zieht auch keine Wursthaut vom Teller!
- Derf i amol a Weile mei Mäule auf Dei Mäule lega, dass i a Weile an Deim Mäule schlotza ka. = Schwäbische Liebeserklärung wörtl.: Darf ich mein Mündchen auf Dein Mündchen legen, damit ich eine ganze Weile an Deinem Mündchen lecken kann!
- Des Gschäfd hodd dr Deifl gseha! = Das ist kein Segen drauf! wörtl.: Dieses Geschäft hat der Teufel gesehen!
- Des Mädle hodd mi bees grupfd! = Dieses Mädchen hat mich ziemlich gerupft (also finanziell ausgenommen)
- Des frissd koi Hai! = Das ist egal! Das ist unerheblich! wörtl.: Das frisst kein Heu!
- Des gibt Luft, hodd’s Mädle gsagd, als se Zwilleng kriagd hodd! = Nur keinen halben Sachen! wörtl.: Das gibt Luft, hat das Mädchen gesagt, als sie Zwillinge bekommen hat!
- Des gohd ruff ond ra wie a Bachschdelzafiedle = Ja, im Leben gehts halt mal rauf und mal runter wörtl.: Das geht rauf und runter wie der Hintern von einer Bachstelze
- Des gschiehd meinr Muddr rechd, dass mi’s an d’Fengr frierd, warom hodd se mir koine Hendschich gäba. = Typische schwäbisch verdrehte Logik wörtl.: Das geschieht meiner Mutter gerade recht, dass es mich an den Fingern friert, warum hat sie mir auch keine Handschuhe gegeben
- Des hangad do, wie an Miehlschdoi am Fada! = Das sieht gefährlich aus! wörtl.: Das hängt da, wie ein Mühlstein an einem Faden
- Des hilfd gega d’Mäus, hodd der Baur gsagd, als sei Hof brennd hodd. = Das ist gut gegen Mäuse, sagte der Bauer, als sein Hof abgebrannt ist.
- Des hodd Hand ond Fuaß! = Das hat Hand und Fuß!
- Des hodd weddr Hand no Fuaß! = Das hat weder Hand noch Fuß!
- Des isch a Gschäfd wie’s Katzamacha! = Das geht leicht von der Hand wörtl.: Das ist ein Geschäft wie das Katzenzeugen!
- Des isch a Kunschd, amma naggda Mo en Dasch neilanga! = Befragen Sie dazu mal eine Ehefrau! wörtl.: Es ist eine Kunst, einem nackten Mann in die Tasche zu fassen!
- Des isch a Kunschd, ohne Fengr a Fauschd zom macha! = Manchmal geht einfach nichts mehr! wörtl.: Es ist eine Kunst, ohne Finger die Faust zu ballen!
- Des isch a Weddr fir mei Knechd, schaffad se net, frierad se rechd = Pragmatische schwäbische Unternehmereinstellung wörtl.: Das ist ein Wetter für meine Knechte, arbeiten sie nicht tüchtig, dann frieren sie
- Des isch a kaddolische Arbad, do muass mr gnia! = Diese Arbeit ist sehr anstrengend! wörtl.: Diese Arbeit ist wohl katholisch, denn man kann sie nur auf Knien bewältigen!
- Des isch als scheißd an Schbatz ens Meer! = Das ist völlig unwichtig! wörtl.: Das ist als scheisst ein Spatz ins Meer!
- Des isch an Kerle wie an Chrischboom, der lässd sich älles uffhänga. = Der ist wie ein Christbaum, an dem kannst Du alles aufhängen.
- Des isch an armr Deifl, der hodd net amol a oigne Hell. = Der ist wirklich ein armer, heimatloser Mensch. wörtl.: Das ist ein ganz armer Teufel, der hat nicht einmal eine eigene Hölle!
- Des isch au Wassr en a Sieb gschöpfd! = Das ist vergebliche Liebesmüh! wörtl.: Das ist wie wenn man Wasser in ein Sieb schöpft!
- Des isch au bloß, bis mr’s gwehnd isch. = Mach Dir nichts draus! wörtl.: Das ist auch nur, bis man sich dran gewöhnt hat!
- Des isch au d’Mischde dingd! = Das ist völlig unnötig! wörtl.: Das ist wie wenn man einen Misthaufen düngt!
- Des isch au koin Gruschd! = Das ist toll! Das ist spitze! wörtl.: Das ist auch kein Gerümpel
- Des isch au net uff deinr Mischde gwachsa! = Das hat Du auch nicht selbst erfunden! wörtl.: Das ist auch nicht auf Deinem Misthaufen gewachsen!
- Des isch au net uff dem seinr Mischde gwachsa! = Das hat der auch nicht selbst erfunden! wörtl.: Das ist auch nicht auf seinem Misthaufen gewachsen!
- Des isch bessr als a Dasch voll Gsälz oder a Gosch voll Glufa! = Das ist immer noch besser, als eine Tasche voller Marmelade oder ein Mund voller Stecknadeln!
- Des isch bessr, als en Briegl uff der Nos, ond wenn’r no so guad sitzt! = Eigentlich halb so schlimm! wörtl.: Das ist besser, als ein Prügel auf der Nase, und wenn der noch so gut sitzt.
- Des isch bessr, als en d’Hos gschissa! = Immer noch besser, als gar nichts wörtl.: Das ist besser, als in die Hose gemacht zu haben!
- Des isch doch Wassr en Bach traga! = Das ist doch völlig überflüssig! wörtl.: Das ist doch Wasser in den Bach getragen!
- Des isch ghopfd, wie gschbronga! = Das ist egal! Das ist Wurst! wörtl.: Das ist gehüpft, wie gesprungen!
- Des isch guad lada wie lang Hai. = Das ist einfach wörtl.: Das ist gut aufzuladen, wie langes Heu.
- Des isch klar wie Wurschdbriah! = Das ist doch sonnenklar wörtl.: Das ist klar wie Wurstbrühe!
- Des isch mir koi Ehr! = Das tut mir leid! wörtl.: Das ist mir keine Ehre.
- Des isch net an Hemml zom mola! = Das ist so schön! wörtl.: Das kannst Du nicht an den Himmel malen
- Des isch net khaua ond net gschdocha! = Das hat nicht Hand und Fuß! wörtl.: Das ist nicht geschlagen und nicht gestochen!
- Des isch so sichr, wie dr Frosch vor am Schdorch! = Das geht in die Hose! wörtl.: Das ist so sicher, wie ein Frosch vor dem Storch.
- Des isch zom en Huad neischdanda ond em Ring romsoicha! = Das ist ja unglaublich! wörtl.: Da könnte man sich in den Hut stellen und im Kreis pinkeln.
- Des isch äbbas args, wemmr am End vom Geld no so viel Monad iebrig hodd! = Es ist furchtbar, wenn der Monat noch so lang ist und das Geld schon zu Ende.
- Des ko mr scho so macha, muass mr abbr net! = Das kann man schon so machen, muss es aber nicht.
- Des kosch dreha ond wenda, dr Arsch isch emmr henda! = Das kannst Du drehen und wenden, der Hintern ist immer hinten!
- Des machds Hai au nemme dirr! = Darauf kommt es nun auch nicht mehr an! wörtl.: Das macht das Heu auch nicht mehr dürr
- Des schlechdeschd Wagarad knarrad am laudeschda. = Die dümmsten Menschen haben die größte Klappe! wörtl.: Das schlechteste Wagenrad knarrt am lautesten.
- Des senn mr dia Rechde, dia beim Essa schwitzad, beim Schaffa frierad und beim Beda schlofad! = Das sind mir die Rechten, die beim Essen schwitzen, beim Arbeiten frieren und beim Beten schlafen!
- Des sodd mr net ibers Gnia brecha! = Das sollte man nur nach reiflicher Überlegung entscheiden wörtl.: Das sollte man nicht übers Knie brechen
- Des war a scheene Leich, schad dass’r nemme hodd drbei sei kenna. = Das war eine schöne Beerdigung, schade daß der Verstorbene nicht mehr dabei sein konnte.
- Des will I seha, hodd sellr Blindr gsagd, ond no erschd nix gseha! = Das will ich sehen, hat der Blinde gesagt, und dann erst nichts gesehen!
- Des wird au am jingschda Dag net wohr! = Das ist und bleibt falsch wörtl.: Das wird auch am jüngsten Tag nicht wahr!
- Des wär so gschickt wie an Bach bei dr Miehle! = Das wäre super! wörtl.: Das wäre so hilfreich wie ein Bach bei einer Mühle!
- Desmol glaub i des nomml, abbr ’s nägschde Mal liagsch me nemme so a! = Verbreite doch keine solche Lügen! wörtl.: Diesmal will ich Dir noch glauben, aber das nächste Mal lügst Du mich bitte nicht mehr so an
- Dia Alde miassad ond dia Jonge kennad schderba! = Der Tod ist allgegenwärtig wörtl.: Die Alten müssen und die Jungen können sterben!
- Dia Dimmschde senn de Schlimmschde! = Dummheit sollte ab und zu strafbar sein wörtl.: Die Dümmsten sind die Schlimmsten!