Wörter aus „Redensart“
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- Dia Domme machad emmr dia gleiche Dommheida, Gscheide machad emmr neue! = Die Dummen machen immer denselben Blödsinn, die Klugen immer wieder neuen Blödsinn.
- Dia Geiß, wo am meischda mäggerd, gibt am wenigschda Milch. = Viel Wind um nichts machen wörtl.: Die Ziege, die am lautesten meckert, gibt die wenigste Milch.
- Dia Herra beißa einander net! = Eine Krähe hackt einer anderen kein Auge aus wörtl.: Die feinen Herrschaften beißen einander nicht!
- Dia Jonge deand, was se bei de Alde seahnd! = Kinder leben das Beispiel ihrer Eltern wörtl.: Die Jungen machen nach, was sie bei den Alten sehen!
- Dia Lieb vrgohd, abbr Sach bleibd Sach! = Liebe vergeht, aber Besitz bleibt Besitz!
- Dia Luft dahenna kennsch mit am Messr schneida ond en Sägg vrpacka! = Was für ein Mief! wörtl.: Die Luft hier drin könnte man mit einem Messer schneiden und in Säcke verpacken.
- Dia Welt isch groß, sie gohd bis noch Kempta na. = Schwäbische Landkarten sind halt anders wörtl.: Die Welt ist groß, sie geht bis nach Kempten herunter
- Dia Welt isch schee, abbr viel z’deier! = Die Welt ist schön, aber viel zu teuer!
- Dia Welt isch vrdrehd: amma volla Beidl drägsch leichd, amma leera schwer. = Die Welt ist merkwürdig: an einem vollen Geldbeutel trägt man leicht, an einem leeren aber schwer.
- Dia Woch fängd scho guad a, hodd d’Hex gsagd, als mr se am Mondich vrbrennd hodd. = Montag neun Uhr und die Woche nimmt kein Ende. wörtl.: Diese Woche fängt ja schon gut an, sagte die Hexe, als man sie an einem Montag verbrannt hat.
- Dia arme Leit zahlad au, wenn se Geld hend! = Die armen Leute bezahlen auch dann, wenn sie Geld haben!
- Dia beschd Krankheid isch nix! = Auch die beste Krankheit ist schlecht!
- Dia beschde Händl senn zu nix nutz! = Auc der beste Streit ist für die Katz! wörtl.: Der beste Streit ist zu nichts nutze!
- Dia demmschde Baura hend dia gröschde Grombira. = Die dümmsten Bauern haben die größten Kartoffeln.
- Dia dengd au an ällas, bloß net ans schderba! = Sagt man über eine hochbetagte Frau wörtl.: Die denkt auch an alles, bloß nicht ans Sterben!
- Dia ganz Nachd gsoffa, isch au wach blieba! = Die Nacht durchzusaufen, heißt auch wach zu bleiben!
- Dia gröschde Lomba henn ofd ’s gröschde Gligg! = Die größten Spitzbuben haben oft das größte Glück!
- Dia gröschde Lomba senn ofd dia ehrlichschde Leit! = Trau schau wem! wörtl.: Die größten Spitzbuben sind oft die ehrlichsten Menschen
- Dia gscheide Leit wissad selbr, wie domm se senn! = Die klugen Menschen wissen selbst, wie dumm sie (manchmal) sind.
- Dia hangad dro, wie d’Goiß am Melkkiebl = Dieser Frau scheint es nicht gut zu gehen wörtl.: Die hängt herum, wie die Ziege am Melkeimer
- Dia hodd Herzr wie zwoi Muggaschiss uff ma Milchbriddle! = Sagt man über eine Frau mit wenig Busen! wörtl.: Die hat Brüste wie zwei Fliegenschisse auf einem Milchbrettchen!
- Dia hodd a Herzle wie a Mäusle a Fauschd. = Flachbrüstige Frau wörtl.: Diese Frau ein Herz wie die Faust einer Maus.
- Dia hodd dierfa au koin Brodlaib omasonschd essa. = Wenn eine Frau gleich nach der Hochzeit schwanger wird. wörtl.: Die durfte nicht mal einen Brotlaib ohne Gegenleistung essen
- Dia isch au Gassaengl ond Hausdeifl zgleich = Die tut nach aussen ganz lieb, ist aber zu Hause eine Furie wörtl.: Die ist ein Gassenengel und ein Hausteufel zugleich
- Dia isch au net hälenga uff dr Welt! = Diese Frau vergisst man nicht so leicht! wörtl.: Die ist auch nicht heimlich auf der Welt
- Dia isch so fedd, dass dr dr Schprit ausganga däd, wenn de mit ma Mofa om se rom fahra missdesch. = Über eine sehr vollschlanke Frau wörtl.: Die ist so dick, dass dir das Benzin ausgehen würde, wenn man mit dem Mofa um sie herumfahren müsste.
- Dia kloine Grodda henn au Gifd! = Auch kleine Kröten verspritzen Gift!
- Dia kloine Lomba schberrd ma ei, vor der große lupfd mr dr Huad! = Die kleinen Gauner sperrt man ein, die Großen lässt man laufen!
- Dia kloinschde Kerle henn ofd ’s gröschde Maul! = Die kleinsten Männer reißen oft das Maul am weitesten auf!
- Dia kloinschde Wässerla reissad ofd dia gröschde Lechr! = Kleine Ursache, große Wirkung! wörtl.: Die kleinsten Rinnsale reissen oft die größten Löcher!
- Dia liegd au bald mit vier Auga em Bedd. = Sagt man über eine schwangere Frau wörtl.: Die liegt auch bald mit vier Augen im Bett
- Dia liegd em Bedd, bis d’Kuah an Batza gibt = Diese Frau steht erst sehr spät auf wörtl.: Die liegt im Bett, bis die Kuh einen Batzen gibt
- Dia meischde Leit henn ihrn Grend net zom Denka, sondern zom Nigga! = Die meisten Menschen haben ihren Kopf nicht zum Denken, sondern zum Nicken!
- Dia oigene Leit ko mr sich net raussuacha, abbr d’Schwiegerleit. = Die eigene Verwandschaft kann man sich nicht aussuchen, aber die Schwiegereltern.
- Dia schenschde Mädla wärdad ofd dia beeseschde Weibr. = Aus besonders hübschen Mädchen werden oft besonders böse Frauen.
- Dia schwäbische Mädla senn älle schee, ausgnomma dia wiaschde. = Ist ja auch logisch wörtl.: Die schwäbischen Mädchen sind alle schön, ausgenommen die hässlichen.
- Dia senn gligglich, dia hend, was se brauchad ond brauchad, was se hend! = Diejenigen sind glücklich, die haben, was sie brauchen und brauchen, was sie haben!
- Dia senn so aushausich, dia deand sogar Buddr ondrs Gsälz. = Verschwenderische Menschen wörtl.: Die sind so verschwenderisch, die streichen sogar Butter unter die Marmelade aufs Brot.
- Dia siehd aus wie a vorloffener Bachschdoikäs. = Eine Frau mit unförmiger Figur wörtl.: Die sieht aus, wie ein verlaufener Stinkkäse.
- Dia siehd von henda aus wie Elfe ond von vorna wie dreivierdl Zwelfe. = Von hinten Lyzeum, von vorne Museum wörtl.: Die sieht von hinten aus wie eine Elfe und von vorne wie viertel vor Zwölf.
- Dia wo ällaweil sagad, se essad nix, fressad ofd am meischda. = Diejenigen, die angeblich ganz wenig essen, fressen oft am meisten.
- Dia zwoi senn an ganze Beddlad voll Leit. = Sagt man über ein sehr 'gewichtiges' Ehepaar. wörtl.: Die zwei sind ein ganzes Bett voller Menschen.
- Do brauchds an Willa, abbr den hodd mei Weib! = Da muss man willensstark sein, aber das kann meine Frau!
- Do essad d’Leit gern, wo mr vor laudr Floisch koi Kraut meh siehd! = Hauptsache viel, heiß und Fleisch (Das ist ungesund!) wörtl.: Die Menschen essen gerne dort, wo man vor lauter Fleisch kein Kraut mehr sieht
- Do findad au sieba Katza koi Maus! = Da ist nichts zu holen! wörtl.: Da finden auch sieben Katzen keine Maus.
- Do glotzad au d’Mäus mit vrheulde Glotzbebbl aus em Brodkaschda! = Das sind richtig arme Leute wörtl.: Da schauen die Mäuse mit verweinten Augen aus dem Brotkorb!
- Do gohd nix mehr hendersche ond nix meh firrsche! = Da geht gar nichts mehr! wörtl.: Das geht nichts mehr zurück und nichts mehr nach vorne!
- Do hend au scho scheenere Mischd glada! = Über eine wenig ansehnliche Frau wörtl.: Da haben auch schon schönere Frauen Mist aufgeladen!
- Do hilfd ällas bäda nix = Da kann man halt nichts machen wörtl.: Da hilft alles Beten nichts
- Do hilfd ällas bäda nix, do ghaird Mischd no = Da heißt es Ärmel hochkrempeln und zupacken wörtl.: Da helfen alle Gebete nichts, da gehört Mist dran
- Do hodd mei Vaddr gmiggt, do migg i au, ond wenns da Berg nuffgohd. = Da hat mein Vater gebremst, da bremse ich auch, und wenn es den Berg hinauf geht
- Do hosch dei "I dua dr nix", hodd’s Mädle gsagd, wie se em Karle ’s Kendle brochd hodd! = Vorsicht bei leichtfertigen Versprechen wörtl.: Da hast Du Dein IchTuDirNIx, sagte das Mädchen, als sie dem Karl sein Kind in die Hand gedrückt hat!
- Do isch anscheinend dr Zemmrma drenna! = Sagt man, wenn es in einem Haus Streit mit lautem Gepolter gibt. wörtl.: Da ist anscheinend ein Zimmermann an der Arbeit!
- Do isch au dr Rauch größr wie ’s Feur! = Mehr Schein, als sein wörtl.: Da ist auch der Rauch größer, als das Feuer!
- Do isch au d’Hochzich an der Kanzl hänga blieba! = Sagte man, wenn eine Verlobung aufgelöst wurde. wörtl.: Da ist auch die Hochzeit an der Kanzel hängen geblieben!
- Do isch au d’Welt mit Breddr vrnageld! = Das ist am Arsch der Welt! wörtl.: Da ist die Welt mit Brettern vernagelt!
- Do isch dr Kirchdurm an da Zwetschgaboom bonda! = Da wohnen ganz unehrliche Menschen! wörtl.: Da ist sogar der Kirchturm (vorsichtshalber) am Zwetschenbaum angebunden
- Do isch dr Märgd scho vrloffa! = Da ist jetzt gar nichts mehr los! wörtl.: Der Markt ist schon geschlossen!
- Do isch d’Hebamm au nemme schuld! = Das ist halt ein unabwendbares Ereignis wörtl.: Da ist auch die Hebamme nicht mehr Schuld daran!
- Do isch d’Katz scho da Baum nuff! = Da ist alles zu spät! wörtl.: Da ist die Katze schon den Baum hinauf!
- Do kannsch schiddla wie de willsch, dr letschde Dropfa bleibd en dr Hos. = Das versteht in letzter Konsequenz wohl nur ein Mann wörtl.: Da kannst Du schütteln wie Du willst, der letzte Tropfen geht in die Hose.
- Do ko mr saga was mr will, des hodd ällas koin Wert! = Da kann man sagen was man will, das hat alles keinen Wert!
- Do kommad d’Mäus mit vrheulde Auga d’Bihnatrepp ra. = Das sind richtig arme Leute wörtl.: Da kommen die Mäuse mit verweinten Augen die Treppe zum Dachboden runter.
- Do miassad Bäggr komma ond koine Brezla! = Da muß ein Fachmann ran! wörtl.: Da müssen Bäcker ran, und keine Brezeln
- Do miassad scho Maschena komma, ond koine Ersatzdoil! = Da muss schon jemand mit Format kommen! wörtl.: Da müssen schon Maschinen kommen, und keine Ersatzteile
- Do muasch Fuchs ond Has sei! = Da musst aufpassen! wörtl.: Da musst Du Fuchs und Hase sein!
- Do muasch a Breschle namacha, dass de woisch, wo vorna ond henda isch. = Eine Frau mit den Maßen: 70-70-70 wörtl.: Da musst Du eine Brosche dran machen, damit Du weißt, wo vorne und hinten ist.
- Do muasch hald alle Fenfe grad sei lassa! = Da kann man halt nichts machen! wörtl.: Da muss man halt alle Fünfe gerade sein lassen!
- Do muass jo an aldr Gaul lacha, ond des ohne Zäh! = Du erzählst völligen Blödsinn! wörtl.: Da muss ja ein altes Pferd lachen, und das ohne Zähne!
- Do sagd mr am beschda nix, no kommd mr en nix nei! = Dazu sagt man besser gar nichts! wörtl.: Da sagt man am besten nichts, dann wird man in nichts verwickelt.
- Do schbrengad d’Mäus mit bluadige Zehanägel d’Schdieg nuff ond ra! = Da gibt wirklich nichts zu holen wörtl.: Da springen die Mäuse mit blutigen Zehennägeln die Treppe rauf und runter!
- Do wird au koi Heu dirr. = Da wendet sich nichts zum Guten wörtl.: Da wird auch kein Heu trocken.
- Dobbeld gnähd hebd bessr! = Doppelt genäht hält besser!
- Domm derf mr sei, abbr net dabbich. = Dumm darf man sein, aber nicht unpraktisch.
- Domme moinad, abbr Gscheide wissad! = Die Dummen glauben zu wissen, die Klugen wissen!
- Dommheid ond Schdolz wachsad uff oim Holz! = Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz!
- Dommschdella isch leichdr als gscheid sei. = Sich dumm zu stellen ist einfacher, als vernünftig zu sein.
- Dr Broschd hodd scho so manchn ’s Häusle koschd. = Das 'Zum Wohl sein' hat schon schon manchen um sein Haus gebracht.
- Dr Deifl hängd koi Gleggle ans Weiglas. = Der Teufel hängt keine Glocke an das Weinglas, hält einen also nicht vom trinken ab.
- Dr Deifl kommd leicht ens Haus, abbr schwer widdr naus! = Der Teufel kommt leicht ins Haus, aber nur schwer wieder hinaus!
- Dr Eheschdand isch a Prozessio, wo mr ’s Greiz vorausdrägd! = In guten wie in schlechten Tagen, heisst es nicht ohne Grund...! wörtl.: Die Ehe ist eine Prozession, auf der man ein Kreuz vorausträgt.
- Dr Geiz ond dr Beddlsagg senn boide bodalos! = Der Geiz und der Bettelsack sind beide bodenlos schlecht!
- Dr Gliegare gibt noch, hodd’s Baurabiable gsagd ond no da Ochs aguggt. = Der Klügere gibt nach, hat der Bauernjunge gesagt und dann den Ochsen angeschaut.
- Dr Gäbr und dr Schenkr senn scho boide gschdorba! = Hier ist nichts mehr zu holen! wörtl.: Der Geber und der Schenker sind schon beide verstorben!
- Dr Hemml isch blau, au wenn d’Maulwirf blind senn! = Tatsache bleibt Tatsache wörtl.: Der Himmel ist blau, auch wenn die Maulwürfe blind sind!
- Dr Hongr dreibds nei ond dr Geiz bhälds donda! = Wer Hunger hat, isst alles und der Geiz lässt es dann auch drinbleiben!
- Dr Hongr dreibds nei! = Wer Hunger hat, isst alles. Hunger ist der beste Koch! wörtl.: Der Hunger treibt es rein!
- Dr Häggr schbrengd iber dr Näggr, dr Näggr schbrengd iber dr Häggr. = Kinderspruch bei Schluckauf, hilft sogar manchmal
- Dr Kiddl machd dr Titl! = Kleider machen Leute! wörtl.: Der Anzug macht den Titel!
- Dr Kruag gohd solang zom Mund, bis mr brichd. = Die Schattenseiten des süffigen Weines wörtl.: Der Krug geht solange zum Mund, bis man sich übergibt.
- Dr Mensch ko a Sau sei, abbr koi Sau an Mensch. = Der Mensch kann ein Schwein sein, aber kein Schwein ein Mensch.
- Dr Mensch kriagd erschd em Grab sei Ruah! = Der Mensch kommt erst im Grab zur Ruhe!
- Dr Ochs sodd nia henderm Pflug laufa! = Einem Deppen sollte man keine schwierige Aufgabe anvertrauen! wörtl.: Der Ochse sollte nie hinter dem Pflug gehen! (Sondern vor dem Pflug)
- Dr Ochs woiß net wenns Sonndag isch, ’s gibt am neamrd a frischs Hemad. = Ein Ochse weiß nicht, dass Sonntag ist, weil ihm niemand ein frisches Hemd gibt!
- Dr Oine schdirbd sich so leichd ond an Andera bringds beinoh om. = Der eine tut sich leicht beim Sterben, wohingegen es den anderen beinahe umbringt.
- Dr Oinzig isch scho dr Oizigschd = Schwäbische Logik wörtl.: Der Einzige ist schon der Einzigste
- Dr Ondrschied zwischa ra Hochzich ond ra Leich isch, dass uff ra Leich emmr oi Bsoffener wenigr isch! = Wie wahr! wörtl.: Der Unterschied zwischen einer Hochzeit und einer Beerdigung besteht darin, dass auf einer Beerdigung immer ein Besoffener weniger ist.
- Dr Schneidr vo Ulm hodd’s Fliaga brobierd, no hodd’n dr Deifl en d’Donau neigfiehrd! = Bekannter Spruch: Der Schneider von Ulm hat das Fliegen probiert, da hat ihn der Teufel in die Donau geführt!
- Dr Schwob, der wird mit vierzga gscheid, dia andre net en Ewigkeid! = Ich bin Schwabe und über 70, aber ich warte immer noch darauf wörtl.: Der Schwabe wird mit 40 klug, die anderen niemals!
- Dr Wei am beschda glei em Kellr drenga. No muaß ma net so ofd laufa, ond d’Frau mergds au net so schnell. = Ein weiser Rat, der aber die Macht der weiblichen Intuition völlig unterschätzt. wörtl.: Einen Wein trinkt man am besten im Keller. Man muss zum einen nicht so oft laufen, und die Ehefrau bekommt es auch nicht so schnell mit.