Wörter aus „Redensart“
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- Dr Wenn ond dr Hädd hend noa nia nix khet! = Wenn das Wörtchen Wenn nicht wär wörtl.: Der Wenn und der Hätte, haben noch nie etwas besessen.
- Dr Will ko viel. = Glaube versetzt Berge! wörtl.: Der Wille kann viel!
- Dr eine hebd ond dr andre lässd net fahra! = Sagt man über eine schwierige Situation wörtl.: Der eine hält fest und der andere lässt nicht los!
- Dr femfde Zipfl em Bedd richd viel! = Wenn der eheliche Frieden wackelt! wörtl.: Der fünfte Zipfel im Bett renkt vieles wieder ein!
- Dr oi hodd dr Titl, dr ander hodd dia Middl. = Studieren kann auch brotlose Kunst sein wörtl.: Der eine den Titel, der andere hat die Mittel.
- Dr oine hodd da Beidl, dr andere hodd’s Geld. = Der eine hat den Beutel, der andere hat das Geld.
- Dr oine isch hald gminzd fir da Scheißhafa, and dr andere firs Kandabredd! = Das Schicksal eines Menschen hat seine eigenen Gesetze! wörtl.: Der eine ist für den Scheißhafen vorgesehen, der andere für das Kannenbrett.
- Draneifahra wie dr Baur en d’Schdiefl! = Sich gierig auf etwas stürzen wörtl.: Sich auf etwas stürzen, wie ein Bauer in seine Stiefel!
- Draneifahra wie d’Gaas uff da Abflbutza! = Sich gierig auf etwas stürzen wörtl.: Sich wie wie eine Gans auf einen Apfelbutzen zu stürzen!
- Draneifahra wie d’Goiß uff da Abflbutza! = Sich gierig auf etwas stürzen wörtl.: Sich wie wie eine Ziege auf einen Apfelbutzen zu stürzen!
- Draneifahra wie d’Gosch uff an Butza! = Sich gierig auf etwas stürzen. wörtl.: Sich wie wie ein gieriger Mund auf einen Apfelbutzen zu stürzen
- Drau dr Liab net ond schneid net zviel vom Loib. = Sei vorsichtig! wörtl.: Traue der Liebe nicht und schneide nicht zuviel vom Laib.
- Drei Bier senn au a Veschbr, ond no hasch erschd no nix gessa. = Drei Bier sind auch eine Mahlzeit, aber dann hast Du noch nichts gegessen.
- Drei Weibr ond drei Gees gäbad a Kirbe. = Drei Frauen und drei Gänse sind bereits ein Jahrmarkt.
- Dreimol abgsägd, ond emmr no z’kurz! = Dreimal abgesägt, und immer noch zu kurz!
- Dreimol schlechd gessa, isch au gfaschded! = Drei schlechte Mahlzeiten fühlen sich, an wie ein Fastentag!
- Drhoim isch am schenschda, ond wenns an Sauschdall isch. = Zu Hause ist es schönsten, und wenn es ein Schweinestall ist.
- Drvolaufa wie d’Sau vom Drog. = Sich um gar nichts kümmern. wörtl.: Davonlaufen wie das Schwein vom Trog.
- Du bisch doch z’domm, a heenige Gaas em a eizainda Garda zom hiada! = Du bist zu blöde, um eine tote Gans in einem eingezäunten Garten zu hüten!
- Du drägsch des rom, wi’a Katz ihre Jonge! = Du trägst das völlig bescheuert herum! wörtl.: Du trägst das, wie eine Katze ihre Jungen.
- Du dädsch au no henderm Ofa vrfriera! = Du bist zu gar nichts Nutz! wörtl.: Du würdest sogar hinter dem Ofen erfrieren!
- Du hangasch en deim Häs wie drei Pfond Grombira emma Grombirasagg! = Dein Anzug ist doch viel zu groß! wörtl.: Du hängst in deinem Anzug wie drei Pfund Kartoffeln in einem Kartoffelsack!
- Du hangaschd do, wie dr Schbatz am Scheißhäusle! = Du machst keine gute Figur wörtl.: Du hängst da wie ein Spatz an der Toilette!
- Du hocksch do wie Pfond Schnitz! = Du sitzt ganz krumm da! wörtl.: Du sitzt da wie ein Pfund Schnitze
- Du hocksch do wie an Schibbasechsr! = Du sitzt da wie ein Häuflein Elend! wörtl.: Du sitzt da wie ein Schippensechser! (Spielkarte)
- Du hocksch do, wie vrmähde Grodd! = Du siehst aus, wie ein Häufchen Elend! wörtl.: Du siehst da wie eine Kröte, die beim Mähen erwischt wurde!
- Du hosch ’s hald guad, wenn du amol da Leffl abgibsch, brauchsch dein Geischd net uffgäba. = Du bist richtig blöd wörtl.: Du hast es gut, wenn Du mal den Löffel abgibst, brauchst Du den Geist nicht mehr aufzugeben.
- Du hängsch rom wie dr Schibbadiss! = Du machst keine gute Figur! wörtl.: Du hängst herum wie die Schippensieben (niedrigste Spielkarte beim Binokel)
- Du hörsch au d’Glogga läuda, woisch abbr net, wo se hängad! = Du hörst wohl die Glocken läuten, aber Du weißt nicht, wo sie hängen!
- Du laufsch rom wie a legige Henn. = Du bist total nervös! wörtl.: Du läufst herum wie eine Henne beim Eierlegen!
- Du machsch a Gsichd, als häddsch Schbinna gfressa. = Du siehst betrübt aus wörtl.: Du schaust aus, als hättest Du Spinnen gefressen.
- Du schmeißsch au mit Schenga noch de Brodwirschd! = Du hast keinen Plan! wörtl.: Du wirfst auch mit Schinken nach den Bratwürsten!
- Du sitzsch do, als häddsch ’s Vaddronsr vrgessa! = Du siehst sehr verzweifelt aus! wörtl.: Du sitzt da, als hättest Du das Vater-Unser vergessen.
- Dua’s Maul uff, dua’s laut uff und hör bald uff! = Ein weiser Rat! wörtl.: Mach den Mund auf, sage es laut und fasse Dich kurz!
- D’ Fremde gibt Leit, hodd sellas Mädle gsagd ond isch mit ma Schubkarra voll Kendr hoimkomma! = Lerne den Schnitt am fremdem Tuch! wörtl.: In der Fremde gibts Menschen, hat das Mädchen gesagt, als es mit einer Schubkarre voll mit Kinder wieder nach Hause kam
- D’Arbad isch koi Grodd, dia hopfd net alloi drvo! = Die Arbeit ist kein Frosch und hüpft von alleine weg!
- D’Auga schaffad au mit. = Es kommt auch auf das Augenmaß an! wörtl.: Die Augen arbeiten auch mit.
- D’Auga uff oddr dr Beidl! = Wachsam sein, sonst muss man zahlen wörtl.: Die Augen auf - oder den Geldbeutel
- D’Faule henn emmr Feirdag! = Die Faulen haben immer einen Feiertag!
- D’Gschmäggr senn vrschieda. = Die Geschmäcker sind verschieden.
- D’Haubdsach isch, dass d’Haubdsach Haubdsach bleibd, des isch d’Haubdsach! = Wichtig ist, dass die Hauptsache auch die Hauptsache bleibt!
- D’Heimad schätzd mr erschd en dr Fremde. = Die Heimat lernt man erst in der Fremde zu schätzen.
- D’Heisr sterbad net, abbr d’Leit. = Menschen sind vergänglich, Häuser nicht.
- D’Leit lernd mr net en dr Kirch kenna. = Die Menschen lernt man nicht in der Kirche kennen (sondern im Alltagsleben)
- D’Liab em Haus, dreibd ällan Kummr naus! = Die Liebe ändert alles. wörtl.: Die Liebe in einem Haus, vertreibt allen Kummer!
- D’Liab machd aus ra Hidd an Hof. = Die Liebe ändert alles. wörtl.: Die Liebe macht aus einer Hütte einen Hof.
- D’Männr senn älle gleich, se sehad bloß ondrschiedlich aus, damit mr se ausanandrhalda ko. = Männer sind alle gleich, sie sehen nur unterschiedlich aus, damit sie auseinander halten kann.
- D’Sau ond dr Dregg kennad anandr! = Das Schwein und der Schmutz kennen einander!
- D’Weibr hend emmr rechd, bsonders dia oigene! = Der Frauen Stimme ist Gottes Stimme! wörtl.: Frauen haben immer Recht, besonders die eigene!
- D’Wohrad ko mr au mit viele Schaufla net begraba! = Die Wahrheit kann man auch mit vielen Schaufeln nicht unter die Erde bringen!
- Ehrlich währd am längschda, abbr wer net schdiehld, kommd zu nix = Ehrlich währt am längsten, aber wer nicht stiehlt, kommt zu nichts
- Eigendlich ganz schee frech! = Das Lied der Schwaben
- Elend leba, isch no net sterba! = Auch im größten Übel, kann ein Lichtblick sein! wörtl.: Elend zu leben heißt auch, noch am Leben zu sein.
- Elf Ochsa ond oin Baur gäbad a Dudzend. = Elf Ochsen und ein Bauer sind ein Dutzend (Ochsen) ..
- Em Dregg isch no koi Sau omkomma! = Ein bischen Dreck schadet niemand! wörtl.: Im Schmutz ist noch kein Schwein zu Schaden gekommen!
- Em Moschd isch Droschd! = Alkohol tröstet wörtl.: Im Most liegt Trost
- Em Schbaß gsagd, isch au em Ernschd gmoind! = Nachdenken, bevor man redet! wörtl.: Im Spaß gesagt, ist auch im Ernst gemeint!
- Em Zores machd mr meh hee als guad! = Im Zorn macht man mehr Schlechtes als Gutes!
- Emma Bechr vrsaufad meh, als emma Bach! = Der böse Alkohol! wörtl.: Mehr Menschen ertrinken in einem Becher, als in einem Bach!
- Emmr schee roifla, abbr nia saua! = Eile mit Weile wörtl.: Immer schnell gehen, aber nie rennen!
- En Gotts Noma isch net gflucht! = In Gottes Namen kann man nicht fluchen!
- En Schduagrd will i net amol dod iberm Zau hänga! = Abfällig über Stuttgarter Mitbürger wörtl.: In Stuttgart will ich nicht mal tot über den Zaun hängen
- En a baar Minudda ko mr mehr vrschbrecha, als emma Johr halda. = In ein paar Minuten kann man mehr versprechen, als in einem Jahr halten.
- En anderer Leit Kich isch guad kocha! = In anderer Menschen Küche ist es leicht zu kochen!
- En dr Jugend muass mr Schdecka schneida, dass mr em Aldr dra laufa ko. = Altersvorsorge ist wichtig wörtl.: In der Jugend muss man Stecken schneiden, dass man im Alter damit gehen kann.
- En dr Not frissd dr Deifl Mugga! = In der Not frisst der Teufel Fliegen!
- En dr Not lernsch bäda! = In der Not lernt man zu beten!
- En dr wiaschdeschade Hegga, senn ofd de schenschde Neschdr. = Der erste Eindruck täuscht oft wörtl.: In den hässlichsten Hecken, findet man oft die schönsten Nester.
- En ra Eh gibds emmr zwoi Meinonga, seine ond die richtig! = In einer Ehe gibt es immer zwei Meinungen, die von ihm und die richtige!
- En ra guada Eh isch’s wie bei dr Kehrwoch: Jedr isch mol dra! = In einer guten Ehe ist es wie mit der Kehrwoche: Jeder ist mal dran!
- En ra guada Eh lachd mr middanandr ond net iebranandr! = In einer guten Ehe lacht man miteinander und nichht übereinander!
- En ällam isch Bschiss, bloß en dr Milch isch Wassr! = Überall ist Betrug, nur in der Milch ist Wasser!
- Erschd wenn a Kend dren vrsoffa isch, deggd mr dr Bronna ab! = Hinterher ist man immer schlauer! wörtl.: Erst wenn ein Kind darin ertrunken ist, deckt man den Brunnen ab!
- Es heuld selda Oinr, wo net an Anderer lachd! = Freud und Leid liegen nah beieinander! wörtl.: Es weint selten einer, wo nicht ein Anderer lacht!
- Es isch bessr, ma derf nemme hoimkomma, als ma derf nemme fort! = Es ist besser, man darf nicht mehr heimkommen, als man darf nicht mehr weggehen.
- Es isch koinr so domm, dass’r oim net schada ko! = Es ist keiner so dumm, dass er einem nicht auch noch schaden kann!
- Es isch koinr so domm, es läufd emmr no a Dimmerer rom. = Kein tiefes Niveau lässt sich nicht auch noch nach unten senken. wörtl.: Es ist keiner so dumm, denn es läuft immer noch ein Dümmerer herum!
- Es isch nia friahr als am Morga! = Es ist nie früher als am Morgen!
- Es isch nia z’friah ond selda z’schbäd! = Es ist nie zu früh und selten zu spät!
- Es kennad net älle Herra sei, wer däd no dia Säu hiada. = Es können nicht alle Herren sein, wer würde denn dann die Schweine hüten.
- Es regalad, es dropfalad, de alde Weibr hopfalad, se danzad en dr Schduba romm ond schmeißad älle Häfa om. = Alter schwäbischer Kinderauszählreim wörtl.: Es regnet, es tropft, die alten Frauen hüpfen, sie tanzen in dem Zimmer herum und werfen alle Schüsseln um
- Es senn scho meh em Wei vrsoffa, als em Wassr! = Es sind schon mehr Menschen im Wein umgekommen, als im Wasser.
- Es will net hüsda ond net hodda. = Es geht nicht voran.
- Essa ond drenga senn dia drei schenschde Sacha uff dr Welt. = Essen und trinken sind die drei schönsten Sachen auf der Welt.
- Essad ond drengad ond schiabad au ei! = Esst und trinkt und nehmt noch was mit!
- Fraua kennad so iberzeigend sei, bis du denksch, du häddschs selbr wella! = Frauen können so überzeugend sein, dass man irgendwann denkt, man hätte es selbst gewollt!
- Fraua senn net domm, abbr se senn ofd dia Domme! = Frauen sind nicht dumm, aber leider sind sie oft die Dummen!
- Fraua ändrad oft ihre Asichda, abbr selda ihre Absichda! = Frauen ändern oft ihre Ansichten, aber nie ihre Absichten!
- Freind kommad ond gangad, abbr an guada Feind hosch ’s ganze Leba. = Freunde kommen und gehen, aber einen richtigen Feind hat man für das ganze Leben.
- Fressa ond Saufa wellad älle, schderba koinr! = Essen und Trinken wollen alle, Sterben keiner!
- Friahr han e mei Frau zom fressa gern khet, schad drom, dass es net gmachd han! = Früher hatte ich meine Frau zum Fressen gern, leider habe ich es nicht gemacht!
- Friahr senn d’Mädla rot worra, wenn se sich gschämd henn, heit schämad se sich, wenn se rot werrad! = Die Zeiten ändern sich wörtl.: Früher sind die Mädchen errötet, wenn sie sich geschämt haben, heute schämen sie sich, wenn sie erröten!
- Friahr war ällas bessr! Geschdrn zom Beischbiel war Sonndich! = Früher war alles besser! Gestern beispielsweise war Sonntag!
- Friahr warsch jong ond schee, heit bisch bloß no "ond"! = Früher warst Du jung und schön, heute bist Du nur noch "und"!
- Fängsch scho middags o zom saufa, kosch am Obad nemme laufa! = Wenn man schon mittags mit Saufen anfängt, kann man am Abend nicht mehr laufen!
- Gang weg vo meim Hemdle, gang weg von meim Bedd, du kennsch äbbas macha, wo Händ ond Fiaß hädd! = Damit hält man stürmische Liebhaber im Zaum wörtl.: Bleib weg von meinem Hemd, geh weg von meinem Bett, du könntest sonst etwas machen, das Hand und Fuß hat!
- Geizige Leit isch schlechd wäscha, dia reud sogar dr Dregg. = Geizige Menschen sind schwierig zu waschen, die reut sogar der Schmutz.
- Geld gohd am schnellschda zom Deifl, wenn de an Engl drhoim hosch! = Cum grano salis! wörtl.: Geld geht am schnellsten zum Teufel, wenn man einen Engel zuhause hat!
- Geld han ond koin Durschd, isch net so schlimm, wie Durschd han ond koi Geld! = Geld zu haben und keinen Durst ist nicht so schlimm, wie das Gegenteil!
- Geld isch net ällas, abbr ohne Geld isch ällas nix! = Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts!