Wörter aus „Redensart“
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- Geld machd manches leichdr, abbr net gligglichr! = Geld macht vieles leichter, aber nicht glücklicher!
- Geld macht net gligglich, abbr beruhigt! = Geld macht einen nicht glücklich, aber entspannt!
- Geschdrn Obad om dia Zeid hend mir scho a halbe Schdond gschlofa. = Schwäbischer Besucher-Rausschmeisser wörtl.: Gestern Abend um diese Zeit haben wir schon eine halbe Stunde geschlafen.
- Geschdrn hosch jo an beesa Balla hoimbrochd! = Gestern bist Du völlig betrunken nach Hause gekommen!
- Geschdrn hädd’s me schiergar vrbrezld! = Gestern hätte ich beinahe einen tödlichen Unfall gehabt!
- Gessa wird, was uff da Disch kommd! = Keine Ausnahmen! wörtl.: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!
- Gessa wär, wenn noh au scho gschaffd wär. = So, das Essen war gut, leider winkt jetzt die Arbeit.
- Gib es, isch nix, gib es net, isch au nix, deswega sag e hald, leck me am Arsch! = Egal was ich mache, es ist falsch, daher sage ich einfach: leck mich am Arsch!
- Gleggarad isch au gschissa! = Kleinvieh macht auch Mist wörtl.: Gekleckert ist auch geschissen!
- Gleggarad isch au gschissa, bloß net uff an Haufa! = Kleinvieh macht auch Mist wörtl.: Gekleckert ist auch geschissen, nur nicht auf einen Haufen!
- Gnuag Soos muaß am Essa dra sei, dass d’Sacha au guad narutschad. = Am Essen muss immer viel Soße sein, dass alles besser in den Magen rutscht.
- Gnuag hodd nia gnuag! = Genug bekommt nie genug!
- Gnuag isch bessr, als zviel! = Genug zu haben, ist besser, als zuviel zu haben!
- Gott em Herze, a Mädle em Arm, ’s erschde machd seelig, ’s zwoide machd warm! = Gott im Herzen, ein Mädchen im Arm. Das erste macht seelig, das zweite macht warm!
- Gott lässt oin d’Uhr net vrschdella! = Man ist so alt, wie man alt ist! wörtl.: Gott läßt einen die Uhr nicht verstellen
- Gottes Miehla mahlad langsam, abbr mahlad trefflich kloi! = Gottes Mühlen mahlen langsam, aber mahlen trefflich klein!
- Grad rechd, dass Goiß verreggt, ’s Heu isch so rar. = Positives Denken a la Schwaben wörtl.: Gut dass die Ziege gestorben ist, das Heu ist knapp.
- Graue Hoor senn au net schwerer! = Graue Haare sind auch nicht schwerer!
- Grombira mit Lieb senn bessr, wie Brodwirschd mit Zänk! = Mit Geld kann man nicht alles kaufen wörtl.: Kartoffeln mit Liebe genossen sind besser, als Bratwürste im Streit gegessen!
- Grombira schmeggad no bessr, wenn se ersch durch da Maga von ra Sau ganga senn! = Fleisch ist besser als Gemüse! wörtl.: Kartoffeln schmecken noch besser, wenn sie erst durch den Magen eines Schwein gewandert sind.
- Groß ond faul gibt au an Gaul, kloi ond digg gibt au a Schdigg! = Groß und faul gibt auch einen Gaul, klein und dick gibt auch ein Stück!
- Große Gwald wird selda ald! = Rohe Gewalt wird selten alt!
- Große Schdich brengad au Geld, hodd selle Nähere gsagd. = Große Stiche bringen auch Geld, hat die Näherin gesagt.
- Gscheid gfressa, mergsch an Dag lang, gscheid gmetzgad a Johr lang, gscheid kheiraded a Leba lang! = Nach einem gutem Essen geht es einem einen Tag lang gut, nach einer guten Schlachtung ein Jahr lang und nach einer guten Heirat ein Leben lang!
- Gscheidr wärda, isch au schaffa! = Klug zu werden, ist auch Arbeit! wörtl.: Gescheit zu werden, ist auch arbeiten!
- Gschmaggsach, hodd dr Aff gsagd ond en d’Soif bissa. = Geschmacksache, sagte der Affe und biss in die Seife.
- Gschwätzd muaß sei, wenns Maul net labert, schwätzd’s Fiedle. = Der muß auch zu allem seinen Kommentar abgeben wörtl.: Geredet sein muss, wenn der Mund nicht spricht, dann spricht eben der Hintern
- Guad abbirschded, isch scho halb gwäscha. = Gut abgebürstet, ist schon halb gewaschen.
- Guad bissa, isch halb gschissa = Die moderne Ernährungslehre wird da wohl recht geben wörtl.: Gut gekaut, ist halb verdaut
- Guad gaggerad isch halb dingd! = Gut geackert ist schon halb gedüngt!
- Guad gmoind, isch net guad gmachd! = Auf die Tat kommt es an! wörtl.: Gut gemeint, ist noch noch lange nicht gut gemacht!
- Guad gwetzd isch halbr gmähd! = Gut gewetzt (= die Klinge scharf gemacht) ist schon halb gemäht.
- Guad liaga kosch bloß, wenn de d’ Wohrad kennsch! = Du kannst nur dann gut lügen, wenn Du die Wahrheit kennnst!
- Guade Radschläg kriagd mr meischdens vo Leit, dia ’s selbr neediger häddad! = Gute Ratschläge bekommt man meistens von Menschen, die diese eigentlich nötiger hätten!
- Gugge rom, gugge nom, laudr Daggl om me rom! = Wieder mal nur Idioten um mich herum!
- Ha, des isch doch Wassr in Bach traga! = Das ist doch Eulen nach Athen getragen wörtl.: Das ist doch Wasser in den Bach getragen!
- Hagga gibt broide Fengr ond schmale Bagga! = Bauernweisheit: Hacken (Feldarbeit) macht breite Finger, aber dünne Backen!
- Hagl kommd selda ohne Sturm! = Eins führt zum anderen! wörtl.: Hagel kommt selten ohne Sturm!
- Hai muass mr macha, wenn d’Sonn scheind. = Alles zu seiner Zeit wörtl.: Heu muss man machen, wenn die Sonne scheint.
- Han isch bessr, als braucha! = Etwas zu besitzen ist besser, als etwas zu benötigen!
- Handfeschd gfressa ond handfeschd gsoffa, isch au gschafdd! = Gut saufen und fressen, ist auch Arbeit!
- Haubdsach mr ko äll Dag no grabbla! = Hauptsache man ist gesund und kann sich noch bewegen! wörtl.: Hauptsache man kann noch jeden Tag krabbeln!
- Haubdsach mr ko äll Dag no gradaus bronza! = Hauptsache man ist noch gesund! wörtl.: Hauptsache man kann noch jeden Tag geradeaus pinkeln!
- Haubdsach mr ko äll Dag uffschdanda ond schaffa! = Wichtig ist, daß man jeden Tag aufstehen kann und arbeiten.
- Haubdsach, mr isch gsond ond d’Frau hodd a Arbad! = Hauptsache, man ist gesund und die Frau verdient Kohle!
- Heile, heile Seega, drei Dag Rega, drei Dag Schnee, morga duads scho nemme weh! = Schwäbischer Trost für kleine Kinder, der aber meist nichts fruchtet.
- Heira isch leichd, zom’s bleiba a Kunschd! = Zu heiraten ist einfach, verheiratet zu bleiben eine Kunst!
- Heirad irgendoine, no bisch mit koinr andra bschissa. = Bei der Brautschau allzu wählerisch zu sein, hilft auch nicht. wörtl.: Heirate doch irgend eine, dann bist Du mit keiner anderen beschissen
- Heirada isch net bloß mit Kappa khandld! = Eine Heirat will vorher gut überlegt sein! wörtl.: Heiraten ist mehr als ein Mützenhandel
- Heit gohds schmal her, hodd dr Fuchs gsagd, als er a Mugg gfanga hodd! = Kleine Brötchen backen! wörtl.: Heute geht es schmal her, sagte der Fuchs, als er Fliege gefangen hat!
- Heit han e an schlechda Dag ond muass sogar ’s Wassr mit dr Gabl essa. = Heute habe ich einen schlechten Tag und muss sogar das Wasser mit der Gabel essen.
- Heit isch net älle Däg, morge isch au no oinr! = Immer mit der Ruhe .. wörtl.: Heute ist nicht alle Tage, morgen ist auch noch einer!
- Heit komm i erschd morga hoim! = Sagt man vor einer feuchtfröhlichen Nacht! wörtl.: Heute komme ich erst morgen heim.
- Heit nemme ond morga net glei! = Sagt ein Schwabe, wenn er gefragt wird, wann er etwas zu tun gedenkt. wörtl.: Heute nicht mehr und morgen auch nicht sofort!
- Hendadrei hodd Schbegg em Sagg! = Wer langsam macht, kommt auch ans Ziel! wörtl.: Hintendrein hat Speck im Sack!
- Henderschefirre isch au gfahra = Man kann das Pferd auch vom Schwanz her aufzäumen wörtl.: Von hinten nach vorne ist auch gefahren
- Heul a bissle, lach a bissle, morga kommd dr Deede, hodd a rode Wurschd em Sagg ond a zuggrigs Breedle. = Alter schwäbischer Kinderauszählreim
- Heul no a bissle, no muasch nemme soviel soicha! = Auch Tränen sind noch zu etwas gut! wörtl.: Vergieß noch ein paar Tränen, dann musst Du weniger pinkeln.
- Heulasch net an dr Bahr, no heulasch ’s ganze Johr! = Lass Deinen ganzen Schmerz an der Beerdigung heraus! wörtl.: Wenn Du nicht an der Bahre weinst, dann weinst Du das ganze Jahr!
- Hocka ond schlotza isch bessr wie schdanda ond schaffa! = Naja, alles halt zu seiner Zeit! wörtl.: Sitzen und genießen ist besser, als stehen und arbeiten!
- Hoffa ond harra, machd viele zom Narra! = Dem Tatkräftigen gehört die Welt wörtl.: Hoffen und abwarten, macht viele zum Narren!
- Hohe Feierla brennad net lang. = Hoch lodernde Feuer brennen nicht lange.
- Hoiß isch erschd, wenn d’Hiehnr gsoddene Oier legad = Sagt man zu Kindern, wenn diese über die Hitze klagen wörtl.: Heiß ist es erst, wenn die Hühner gekochte Eier legen
- Hongr isch dr beschde Koch! = Hunger ist der beste Koch!
- Hongr isch ofd ’s oinzigschde, von dem Arme meh henn als Reiche! = Hunger ist meistens das Einzige, vom dem Arme mehr haben als Reiche!
- Hosch Du Luschd, nemm oin zur Bruschd, hosch Du Glischd, nemm boide Brischd! = Oh je, das darf man heute nicht mehr schreiben. wörtl.: Hast Du Lust, nimm einen zur Brust, hast Du Gelüste, dann nimm beide Brüste!
- Hosch a Weib, isch nix, hosch koi Weib, isch au nix! = Mit den Frauen ist es nicht einfach! wörtl.: Hast Du eine Frau, ist es blöd, hast Du keine Frau, ist es auch blöd.
- Hosch an Mo, isch nix, hosch koin Mo, isch au nix! = Mit den Männern ist es schwierig! wörtl.: Hast Du einen Mann, ist es schwierig, hast Du keinen Mann, ist es auch schwierig.
- Hädd mr’s net, no däd mr’s net. = Hätte man es nicht, dann würde man es nicht.
- Häddsch Du net Dein Hof vrsoffa, wär Dr net dei Weib fortgloffa! = Hättest Du nicht Deinen Hof versoffen, wäre Dir nicht die Frau weggelaufen!
- Häddsch dei Geld net en an Hedgefond, no häddsch dei Geld no! = Hättest Du Dein nicht in einem Hedgefond angelegt, hättest Du es noch!
- Hörasaga isch scho halb gloga! = Hörensagen ist schon halb gelogen!
- I ben dr Herr em Haus! Was mei Frau segd, wurd gmachd! = Ich hier der Chef im Ring! Was immer meine Frau sagt, das wird genau so gemacht!
- I ben dr Schenschde em ganza Dorf, wenn mr koin andera siehd! = Ich bin der Schönste hier, solange man keinen anderen sieht!
- I ben eigendlich ganz andersch, abbr i komm so selda dazu. = Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
- I ben gwieß net perfekt, abbr perfekt fir Di! = Ich liebe Dich! wörtl.: Ich nicht perfekt, aber perfekt für Dich!
- I ben net bleed, i ben hald andersch gscheid! = Ich bin nicht blöde, ich bin einfach auf eine andere Art clever!
- I ben net wie andere, i ben schlemmr. = Ich bin nicht wie alle anderen, ich bin schlimmer.
- I frei mi druff wie ’s Hondle uff’s metzga. = Ich freue mich darauf wie ein Schneekönig wörtl.: Ich freue mich drauf, wie ein Hund aufs Schlachtfest.
- I frei mi, wenns reagrd, weil’s au reagrd, wenn I me net frei! = Ich freue mich, wenn es regnet, weil es auch regnet, wenn ich mich nicht freue!
- I han Gligg bei de Fraua, mir gfälld a jede. = Schwäbischer Macho-Spruch wörtl.: Ich habe Glück bei den Frauen, mir gefällt jede.
- I han gschaffd wie an Bronnabutzr! = Ich habe schwer gearbeitet! wörtl.: Ich habe geschuftet wie ein Brunnenreiniger
- I han mr schier d’Fiaß aus am Arsch glaufa! = Ich musste sehr viel laufen (arbeiten) wörtl.: Ich habe mir fast die Beine aus dem Hintern gelaufen!
- I han scho viele Dirre sterba seha, abbr no koin Digga blatza. = Trostspruch der Übergewichtigen wörtl.: Ich habe schon viele Dünne sterben sehen, aber noch keinen Dicken platzen
- I han so Hongr, dass e da Hemml nemme seh! = Ich habe unglaublichen Hunger wörtl.: Ich habe so großen Hunger, dass ich den Himmel nicht mehr sehe!
- I ko au net an jedn Dregg denka, hodd’s Weib gsagd, wie ’s es Middagessa vrgessa hodd. = Ich kann nicht an gar alles denken, sagte die Frau, als sie das Mittagessen vergessen hatte.
- I ko des kussa net vrbutza, wenn e net selbr drbei ben. = Ich mag das Küssen überhaupt nicht, wenn ich nicht selbst dabei bin.
- I ko essa ond drenga was I will, I han am Schaffa oifach koi Freid. = Ich kann essen und trinken was ich will, die Arbeit macht trotzdem keinen Spaß.
- I ko essa ond drenga was I will, I werd oifach net größr! = Die Entschuldigung mancher beleibter Zeitgenossen! wörtl.: Ich kann essen und trinken was ich will, ich werde einfach nicht größer!
- I ko net noch älle Mugga schlaga = Ich kann nicht alles zugleich machen wörtl.: Ich kann nicht nach allen Fliegen schlagen
- I mog ällas, was I net essa sodd! = Ich mag alles, was ich eigentlich nicht essen sollte!
- I reg mi nia uff, dia andere Leit regad me uff! = Ich rege mich nie auf, die anderen Menschen regen mich auf!
- I scheiß uff’s moina, s’gwieß wissa gilt! = Ich gebe nichts auf Meinungen, nur das gesicherte Wissen zählt!
- I schmeiß dr au amol an Schdoi en Garda! = Ich tue Dir auch mal einen Gefallen! wörtl.: Ich werde Dir auch mal einen Stein in den Garten werfen!
- I will d’Weld net vrschdenka, hodd dr Schbatz gsagd ond en Bach gschissa. = Nie den Blick für die Realität verlieren wörtl.: Ich will die Welt nicht verstinken, sagte der Spatz und hat sich im Bach erleichtert
- I will net Mitglied emma Vrei sei, der Leit wie mi als Mitglied uffnimmd! = Ich möchte niemals Mitglied in einem Verein sein, der Menschen wie mich als Mitglieder aufnimmt!
- Iberall hoißd ’s mr miassd dr Girdl engr schnalla. Mir isch des egal, I han Hosadrägr! = Überall heisst es, man müsste den Gürtel enger schnallen. Ist mir egal, denn ich trage Hosenträger!
- Iberall isch äbbas, bloß net en meim Beidl! = Überall ist etwas, nur nicht in meinem Geldbeutel!
- Iberlada bringd Schada! = Alte Bauernregel bei überschweren Gefährten wörtl.: Überladen bringt Schaden!
- Iebr nix ko mr so viel schdreida, wie iebr nix! = Über nichts kann man so viel streiten, wie über nichts!