Wörter aus „Redensart“
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- Irgend äbbas isch jo emmr! = Irgendwas ist doch immer!
- Isch jetz dr Groscha gfalla? = Jetzt Du es jetzt kapiert? wörtl.: Ist bei Dir jetzt der Groschen gefallen?
- Isch oinr reich, gohd mr mit dr Leich, isch oinr arm - Gott erbarm! = Das Los der Armen! wörtl.: Ist jemand reich, geht man auf seine Beerdigung, ist jemand arm - Gott erbarme sich!
- Isch’s em Moia kalt ond nass, fülld’s am Baura Scheun ond Fass! = Ist es im Mai kühl und nass, füllt es dem Bauern Scheune und Fass.
- Iss, dass de äbbas wirschd, nix bisch scho lang gnuag! = Iss, dass Du etwas wirst, nichts bist Du ja schon lange genug!
- Je efdr Dei Grend en dr Zeidong kommd, je efdr butzad d’Leit da Arsch mit dr ab! = Die Schattenseiten des Ruhmes wörtl.: Je öfter Dein Kopf in der Zeitung ist, umso öfter putzt man mir Dir den Hintern ab!
- Je fremmr, je schlemmr! = Je frömmer, je schlimmer!
- Je meh Mischd oinr em Hirn hodd, umso meh schdenktr aus dr Gosch. = Je mehr Unsinn einer im Kof hat, umso mehr riecht er aus dem Mund.
- Je äldr dr Bock, je härdr ’s Horn = Je älter der Bock, je fester das Horn.
- Jede Widdfrau lebd längr als ihr Mo! = Jede Witwe lebt länger als ihr Mann!
- Jedn Dag schdohd an Dommr uff, abbr fenda muass mr’n! = Immer achtsam sein! wörtl.: Jeden Tag steht ein Dummer auf, aber man muss ihn finden!
- Jedr Abgrond hodd a Gländr! = Es gibt immer Hoffnung! wörtl.: An jedem Abgrund gibt es auch ein Geländer!
- Jedr Dag hodd sei Blag, jedr Morga seine Sorga. = Jeder Tag bringt eine Plage, jeder Morgen bringt seine Sorgen.
- Jedr Dopf find sein Deckl. = Jeder Topf findet seinen Deckel.
- Jedr Schlabbr find sein Dabbr. = Jeder Topf hat seinen Deckel.
- Jedr Seggl ko d’Wohrad saga, zom Liaga muasch gscheid sei! = Jeder Idiot kann die Wahrheit aussprechen, für Lügen muss man Intelligenz haben!
- Jedr hodd an Brand am Arsch, glimmd er net, no gloschded’r! = Jeder hat seine Fehler wörtl.: Jeder hat ein Feuer am Hintern, glimmt er nicht, dann schwelt er noch.
- Jedr muass sei Päggle selbr traga! = Jeder hat sein Los! wörtl.: Jeder muss sein Päckchen alleine tragen!
- Jedr schdengd nach seiner oigena Mischde. = Jeder seinen eigenen Stallgeruch wörtl.: Jeder stinkt nach seinem eigenen Misthaufen.
- Jeds Häfale find sei Deggale! = Jeder Topf findet seinen Deckel!
- Jeds Häsle find sei Gräsle. = Jeder findet sein eigenes Glück. wörtl.: Jeder Hase findet sein passendes Gras.
- Jetz abbr uffschdanda, draußa isch doch gloggahellr Dag! = Jetzt aber raus aus den Federn, draußen ist es schon hell!
- Jetz ersch mol richdig essa ond drenga, gschaffd isch no glei! = Lebensmotto aller nicht ganz so emsigen Menschen wörtl.: Jetzt essen wir erst mal tüchtig, die Arbeit ist dann schnell erledigt!
- Jetz gohd’s aufwärds, hodd dr Schbatz gsagt, als en d’Katz Treppa nuff traga hodd! = Sagt man, wenn es etwas ungutes zu Ende geht! wörtl.: Jetzt geht es aufwärts, hat der Spatz gesagt, als ihn die Katze die Treppe nach oben getragen hat!
- Jetz gohd’s voll schnell, hodd dr Schbatz gsagt, als en d’Katz Treppa nuff traga hodd! = Das Ende ist nahe! wörtl.: Jetzt geht es vollends schnell, hat der Spatz gesagt, als ihn die Katze die Treppe nach oben getragen hat!
- Jetz hemm’r no a baar schlechde Johr, no senn dia guade Zeida vorbei. = Es liegen noch ein paar schlechte Jahre vor uns, dann sind die guten Zeiten vorbei.
- Jetz hudl doch net so, dr Mensch isch doch koi Eilboschd, sonsch wär er gelb agschdricha. = Eile mit Weile wörtl.: Jetzt mach keinen Stress, der Mensch ist doch keine Eilpost, sonst wäre er ja gelb angemalt.
- Jetz isch Matthäi am letzschda. = Jetzt ist wohl alles zu spät.
- Jetz isch d’Katz scho da Baum nuff! = Jetzt ist es zu spät! wörtl.: Jetzt ist die Katze schon den Baum hinauf!
- Jetz isch d’Kuah ausgmolga! = Nichts geht mehr! Schluss jetzt! wörtl.: Jetzt ist die Kuh gemolken.
- Jetz isch mr au an Schdoi vom Hals! = Jetzt ist mir auch ein Stein vom Hals gefallen!
- Jo, au ’s Wassr isch nemme so nass wie friahr! = Das Wasser ist auch nicht mehr so nass wie früher!
- Jonge Engl senn schbädr oft rechde Deifl! = Nette junge Menschen werden oft zu bösen Erwachsenen!
- Jongfraua ond Oier soll mr net zlang aufheba. = Verfallsdatum beachten wörtl.: Jungfrauen und Eier sollte man nicht zu lange aufbewahren.
- Kaum machd mr’s gscheid, scho duads! = Kaum macht man etwas richtig, schon funktioniert es!
- Kaum machsch’s falsch, scho isch ’s vrkehrd! = Dumm gelaufen! Das ist schiefgegangen! wörtl.: Kaum macht man mal was falsch, schon ist es verkehrt!
- Kennd mr jeds Deng zwoimol macha, schdinds bessr om älle Sacha. = Wenn man alles zweimal machen dürfe, stünde es besser um diese Welt.
- Kloine Häfala laufad schnell iebr! = Kleine Töpfe laufen schnell über!
- Kloine Kendr, kloine Sorga, große Kendr, große Sorga = Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen
- Kloivieh machd auch Mischd! = Kleinvieh macht auch Mist!
- Kocha due, wi es ko, was d’Sau net frissd, des frissd mei Ma! = So redet sich eine schlechte Köchin heraus! wörtl.: Kochen tu ich, so gut ich kann, was die Sau nicht frisst, das frisst mein Mann!
- Koi Armr isch so arm, wie an armr Reicher! = Kein Armer ist so arm, wie ein verarmter Reicher!
- Koi Kuah glaubd oim, dass se amol a Kalb gwä isch. = Sagt man über jemanden, der gerne verdrängt wörtl.: Keine Kuh glaubt es einem, daß sie mal ein Kalb gewesen ist.
- Koi Schwanz isch so hard wie ’s Leba. = Das Leben ist hart und ungerecht! wörtl.: Kein Schwanz ist so hart wie das Leben!
- Koi Weib, koi Gschroi! = No women, no cry! (Bob Marley) Wörtl.: Keine Frau, kein Geschrei!
- Koi Wundr henn dia Arme nix, sia kaufad jo au nix! = Keine Wunder besitzen die Armen nichts, sie kaufen ja auch nichts!
- Koin Goggl hodd’s gern, wenn Fremde uff seim Mischd schärrad. = Jeder soll sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern wörtl.: Kein Hahn mag es, wenn Fremde auf seinem Misthaufen scharren
- Koinr hodd se wella, abbr i han se glei kriagd = So kommt man auch zu einer Ehefrau wörtl.: Keiner wollte sie haben, aber ich habe sie gleich bekommen
- Koinr isch so, wie i sei sodd! = Tiefschürfende schwäbische Selbsterkenntnis wörtl.: Niemand ist so, wie ich sein sollte!
- Koinr suachd andere hendrm Ofa, wenn er net scho selbr dahendr khockt isch. = Keiner sucht andere hinterm Ofen, wenn er sich dort nicht schon selbst versteckt hatte.
- Kommd Dr oinr grob ond barsch, no denk Dr hald: Leck me am Arsch! = Weiser Rat: Kommt Dir einer grob und barsch, dann denk Dir einfach: Leck mich am Arsch!
- Kopf hoch, au wenn dr Hals dreggad isch! = Kopf hoch! Das Leben geht weiter wörtl.: Kopf hoch, auch der Hals schmutzig ist!
- Kuahdregg ond Buddr, hend oi Muddr. = Freud und Leid liegen nahe beieinander. wörtl.: Kuhscheiße und Butter, haben eine Mutter.
- Kurze Hoor senn guad birschda. = Kurze Haare sind leicht zu bürsten.
- Lach no, ’s heula kommt vo alloi! = Genieße das Leben! wörtl.: Lache, denn das Weinen kommt von alleine!
- Lang leba wellad älle, bloß net ald werda. = Lange leben wollen alle, aber keiner will alt werden.
- Lange Hoor ond kurza Senn! = Böses Vorteil gegen Blondinen! wörtl.: Lange Haare und kurzer Sinn!
- Langsam do kommd au hoim, abbr a Schdond schbädr! = In der Ruhe liegt die Kraft wörtl.: Langsam tun für auch zum Ziel, aber eine Stunde später!
- Lass da Karra oifach laufa! = Lass die Sache einfach laufen! wörtl.: Lass den Wagen einfach laufen!
- Lass doch d’Leit schwätza ond d’Hond bella! = Schwäbische Gelassenheit wörtl.: Lass doch die Leute reden und die Hunde bellen!
- Lass jedn wie ner isch, no bleibsch Du wie Du bisch! = Lasse jeden wie er ist, dann bleibst Du wie Du bist!
- Laß bloß d’Fengr von ra scheena Schissl, wenn nix dren isch! = Lass Deine Finger von einer schönen Schüssel, wenn sie leer ist!
- Leba sodd ma, als kennd mr jedn Dag sterba, ond hausa, als däd mr ewig leba! = Man sollte so leben, als könnte jeder Tag der letzte sein, aber auch sparsam sein, als würde man ewig leben.
- Leidr hodd’s uff dr Welt meh Hond als Gnocha! = Wie wahr, wie wahr wörtl.: Leider gibt es auf dieser Welt mehr Hunde als Knochen!
- Lensa, Spätzla ond Kraut, hend scho so manch’ Figur vrsaud. = Linsen, Spätzle und Kraut haben schon so manche Figur versaut.
- Liebr Wei em Bluad, als Fürz em Hirn! = Besser Wein im Blut, als Unsinn im Kopf!
- Liebr a Laus em Kraut, wie gar koi Floisch! = Hunger ist der beste Koch wörtl.: Lieber eine Laus im Sauerkraut, als gar kein Fleisch
- Liebr a bissle ond guad, als an Haufa ond mind. = Lieber wenig und gut, als viel und schlecht.
- Liebr a dutzad Neidr, als oin Mitleidr = Neid muß man erarbeiten, Mitleid bekommt man geschenkt wörtl.: Lieber ein Dutzend Neider, als einen Mitleider
- Liebr a klois Häusle, als a große Gosch! = Besser ein kleines Haus, als ein großes Mundwerk!
- Liebr a reichs Bäuerle, als an arma Baur. = Lieber ein reiches Bäuerchen sein, als ein armer Bauer.
- Liebr an gschdandana Mo, als an abgschdandana! = Der Wunsch wohl jeder Frau! wörtl.: Lieber ein gestandener Mann, als ein abgestandener.
- Liebr an guada Nochbr, als an weida Freind! = Lieber einen guten Nachbarn, als einen Freund in der Ferne!
- Liebr bsoffa ond luschdig, wie nichdern ond dod! = Besser betrunken und lustig, als nüchtern und tot!
- Liebr da Bauch vrengd, als am Wird was gschenkd. = Diese Meinung ist bei den Schwaben immer noch tiefverwurzelt wörtl.: Lieber den Magen verderben, als dem Wirt etwas zu schenken
- Liebr en Sagg batscha als oine uff da Buggl kriaga = Lieber austeilen als einstecken wörtl.: Lieber auf den Sack schlagen, als eine auf den Buckel zu bekommen
- Liebr faul, als domm! = Lieber faul, als dumm!
- Liebr femf Minudda gschämd, als an Haufa Geld fir a groß’ Gschenk ausgäba! = Besser man schämt sich fünf Minuten lang, als man gibt viel Geld für ein großes Geschenk aus!
- Liebr guad gfahra, als schlechd gloffa. = Immer den einfachen Weg gehen! wörtl.: Lieber gut gefahren, als schlecht gelaufen.
- Liebr hongrig ens Bedd, als mit Schulda uffschdanda! = Lieber hungrig zu Bett gehen, als mit Schulden aufzuwachen!
- Liebr hälenga gscheid, wie oheimlich bleed! = Lieber ein heimlicher Pfiffikus, als ein unheimlicher Blödmann!
- Liebr iebr Nachd vrsumpfa, als em Sumpf iebrnachda! = Das kleinere Übel wählen wörtl.: Lieber über Nacht versumpfen, als im Sumpf übernachten.
- Liebr koi Arbad, als nix zom Essa! = Völlig unschwäbisch! wörtl.: Lieber keine Arbeit, als nichts zu Essen!
- Liebr meh essa, als zwenig drenka! = Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen! wörtl.: Lieber mehr essen, als zuwenig trinken
- Liebr ohne Huad, als ohne Kopf. = Besser ohne Hut, also ohne Kopf.
- Liebr wenig ond guad, als an Haufa ond mend! = Lieber wenig und gut, als viel und schlecht!
- Liebr zwoimol gschämd, als oimal zviel Geld ausgäba. = Lieber zweimal schämen, als einmal zuviel Geld ausgeben.
- Liebr äbbas am Graga, als nix em Maga! = Besser ein Fleck am Kragen, als nicht im Magen.
- Liegd Schnee uff am Gländr, isch Wendr, liegd’s Gländr em Schnee, isch’s hee, ond liegd’s Gländr onderm Schnee, war’s em Sommr scho hee! = Liegt Schnee auf dem Geländer, ist Winter, liegt das Geländer im Schnee, ist es kaputt, und liegt das Geländer unter dem Schnee, war es im Sommer schon kaputt!
- Liegd dr Baur dod em Zemmr, lebt’r nemmr. = Blöde Bauernregel wörtl.: Liegt der Bauer tot im Zimmer, lebt er nimmer.
- Lirum larum Lefflschdiel, kloine Kendr kriagad viel. De Große lessd ma laufa, dia sollad sich was kaufa. = Abzählreim wörtl.: Lirum, larum Löffelstiel, kleine Kinder kriegen viel. Die großen lässt man laufen, die sollen sich was kaufen.
- Lirum larum Lefflschdiel, wer des net ko, der ko net viel! = Abzählreim wörtl.: Lirum, larum Löffelstiel, wer das nicht kann, der kann nicht viel.
- Lirum, Larum, Lefflschdiel, alde Weibr essad viel, jonge miassad faschda. ’S Brod liegd emma Kaschda, ’s Messr liegd daneba, oh welch a luschdig Leba! = Kinderreim: Lirum, Larum, Löffelstiel, alte Weiber essen viel, junge müssen fasten. Das Brot liegt in dem Kasten, das Messer liegt daneben, oh welch’ ein lustiges Leben!
- Lomba hemm’r grad gnuag, abbr viel zviel Fetza! = Lumpengesindel gibt es genug, aber viel zuviel Schlawiner!
- Lug ond Drug ischr dr Welt Aggr ond Pflug! = Beschiss treibt diese Welt um! wörtl.: Lüge und Betrug sind der Acker und der Pflug der Welt!
- Luschdig glebd ond selig gschdorba, isch am Deifl d’Freud vrdorba! = Gute Lebenseinstellung wörtl.: Nach einem lustigen Leben seelig zu entschlummern, nimmt dem Teufel alle Freude!
- Luschdige Leit machad meh Dommheida wie draurige, abbr dafir scheenere. = Lustige Menschen machen mehr Dummheiten als traurige, aber dafür schönere.
- Lährjohr senn koine Herrajohr! = Lehrjahre sind keine Herrenjahre!
- Mach a Fauschd, wenn de koi Hand hosch! = Zieh den Rotz hoch und sei ein Mann wörtl.: Mach eine Faust, wenn Du schon keine Hand hast!
- Mach’s gern, sonsch muasch es ogern do! = Mach es lieber mit Freude, sonst mußt Du es ungern tun!