Wörter aus „Redensart“
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- Maikäfer, fliag, dei Vaddr isch em Kriag, dei Muddr isch em Krankahaus und hängd ihrn Arsch zom Fenschdr naus. = Abzählreim wörtl.: Maikäfer, flieg, dein Vater ist im Krieg, deine Mutter ist im Krankenhaus und hängt ihren Arsch zum Fenster hinaus.
- Manch oinr hodd Gottes Wort em Maul, abbr da Deifl em Leib! = Manch einer führt ständig das Wort Gottes im Mund, hat aber den Teufel im Leib!
- Manch oinr hodd Schdroh em Kopf, abbr Geld wie Hai. = Manch einer hat Stroh im Kopf, aber Geld wie Heu.
- Manch oinr kommd zu ällem meglicha, bloß net zu sich selbr. = Manch einer kommt im Leben zu vielem, aber nicht zu sich selbst.
- Manche guggad jo echd so saudaggldomm! Abbr se senn ’s hald au! = Manche sehen echt blöd aus! Aber weil sie auch tatsächlich sind!
- Manche hend zwoi Mäga, abbr koi Hirn. = Manchen haben zwei Mägen, aber kein bisschen Verstand.
- Manche saufad heimlich, manche oheimlich! = Manche trinken heimlich, manche unheimlich!
- Mancher wird schnellr alt, als gscheid! = Mancher wird schneller alt, als klug!
- Manches könnt mr ond miassd mr, aber do duad mr’s net. Zwar wüsst mr ofd, was mr do däd, wemmr dürft ond wemmr könnt. Ond oft wüsst mr au, was mr sodd, wemmr möcht ond wemmr wöllt. = Vieles könnte oder sollte man tun, aber man macht es einfach nicht. Zwar weiß man sehr oft, was tun würde, wenn man es dürfte oder könnte. Und oft wüßte man auch, was man tun sollte, wenn man es möchte oder wollte.
- Manches wird bessr pfiffa, wie gsagd! = Auf die richtige Art und Weise kommt es an! wörtl.: Manches drückt man besser durch Pfeiffen, als durch Reden aus.
- Manchmol kannsch da Arsch zom Fenschdr naushänga ond drotzdem d’Schdub vrscheißa. = Manchmal geht wirklich alles schief wörtl.: Manchmal kann man den Hintern zum Fenster hinaushängen und trotzdem das Zimmer verscheißen
- Manchmol muass mr viel schlugga! = Manchmal muss man viel in sich hineinfressen!
- Manchn hält mr fir fedd, dabei isch er bloß gschwolla! = Manchen hält man für einen Käse, dabei stinkt er bloß! wörtl.: Manchen hält man für einen Käse, dabei ist er nur geschwollen!
- Manchr hodd bloß a saubers Gwissa, weil er’s no nia benutzd hodd! = Mancher einer hat ein sauberes Gewissen, aber nur, weil er es noch nie benutzt hat!
- Manchr hodd viel Wissa, abbr wenig Gwissa! = Mancher besitzt viel Wissen, aber nur wenig Gewissen!
- Manchr isch so gscheid, dass’r net amol mergd, wenns regned! = Manche sind so von sich eingenommen, dass sie nicht mal bemerken, wenn es regnet.
- Manchr will dr Äbfl ond da Butza! = Manche wollen einfach alles! wörtl.: Mancher will den Apfel und das Kernhaus.
- Mei Bräschdlengsgsälz isch eigloffa ond hodd Bliamla kriagd! = Meine Erdbeermarmelade schimmelt! wörtl.: Meine Erdbeermarmelade ist eingelaufen und hat Blümchen bekommen.
- Milch ond Brod, machad Wanga rot! = Grundnahrungsmittel! wörtl.: Milch und Brot, machen die Wangen rot!
- Millers Henna ond a Widdmos Magd, henn no nia iebr Hongr glagd! = Die Hühner von einem Müller und die Magd von einem Witwer, haben sich noch nie über Hungr beklagt!
- Mir brauchad nix Neus, mir henn no vom Alda gnuag. = Wir brauchen nichts Neues, wir haben noch genug vom Alten.
- Mir isch gleich, ob e leer lauf oder nix drag! = Das ist gehopft wie gesprungen! wörtl.: Es ist mir egal, ob ich leer laufe oder nichts trage
- Mir isch heit ganz zwoierlei! = Mir ist ganz schwindelig! wörtl.: Mir ist heute ganz zweierlei!
- Mir isch koi Arbad zviel, hodd dr Baur gsaid ond isch zur Magd nogschdraggd! = Blöde Ausrede! wörtl.: Mir ist keine Arbeit zuviel, hat der Bauer gesagt und sich zur Magd ins Bett gelegt!
- Mir senn Freind, außr mr senn en Not! = In der Not erkennt man wahre Freunde! wörtl.: Wir sind Freunde, außer wir sind in Not!
- Mir senn doch älle oi Bluadwurschd! = Wir sind alle miteinander verwandt! wörtl.: Wir sind doch alle eine Blutwurst!
- Mir zwoi khörad zamma wie Spätzla ond Soß, alloi au guad, aber zamma oifach subbr! = Wir beide gehören zusammen wie Stätzle und Soße, auch allein ganz gut, aber zusammen einfach super!
- Mir zwoi khörad zamma, wie Bluadwurschd ond Kraud! = Wir beide gehören zusammen, wie Blutwurst und Sauerkraut!
- Mischd bleibd Mischd = Haste Scheiße am Bein, haste Scheiße am Bein :-) wörtl.: Mist bleibt Mist
- Mit Guadsei biassd mr ’s Sach ei! = Gutes tun, aber mit Bedacht! wörtl.: Mit GutSein büsst man seinen Besitz ein
- Mit Gwald ko mr au an Igel floha. = Mit Gewalt kann man auch einen Igel von Flöhen befreien.
- Mit Gwald reissd mr dr Kuah da Schwanz raus! = Manches geht nur ohne Gewalt wörtl.: Mit Gewalt reisst man einer Kuh auch den Schwanz heraus!
- Mit Jommra ond Klaga filld mr koin Maga! = Mit Jammern und Klagen füllt man keinen Magen!
- Mit alde Sacha ko mr neie schbara! = Mit alten Sachen erspart man sich neue Sachen!
- Mit amma Leffl Honig fangd mr meh Mugga, wie mit amma Faß voll Essig! = Mit einem Löffel Honig fängt man mehr Fliegen als mit einem Fass voller Essig!
- Mit amma Lomba kosch no was afanga, mit ma Fetza nemme! = Mit einem Lumpen kann man noch etwas anfangen, mit einem Fetzen nicht mehr!
- Mit amma schdoiniga Äggerle, amma schdumbbfa Pfluag ond amma beesa Weib bisch gschdrofd gnuag! = Mit einem steinigen Acker, einem stumpfen Pflug und einer bösen Frau bist Du ausreichend bestraft!
- Mit anderer Leit Sach isch guad ausdoila! = Mit dem Besitz anderer Menschen ist es leicht auszuteilen!
- Mit andrer Leit Fiedle isch guad durchs Feier rudscha! = Mit anderer Leute Gesäß ist es leicht, durchs Feuer zu rutschen!
- Mit bigga ond drigga, kommd mr durch älle Ligga! = Mit bücken und drücken, kommt man durch alle Lücken!
- Mit butza ond kehra, ko sich koinr ernähra! = Sagt man über einen Putzteufel! wörtl.: Mit Putzen und Fegen, kann sich niemand ernähren!
- Mit de Domme dreibd mr d’Welt om. = Mit den Dummen treibt man die Welt um.
- Mit de Henna ens Neschd ond mit am Goggl widdr naus! = Früh ins Bett und früh wieder ausfstehen wörtl.: Mit den Hühnern ins Bett und mit dem Hahn wieder raus!
- Mit dem Messr schneidsch kalds Wassr bis uff da Grond! = Dieses Messer ist völlig stumpf wörtl.: Mit diesem Messer schneidet man kaltes Wasser bis auf den Grund!
- Mit dem bisch au dei ganz Lebdag bschissa! = Sagt man über einen Nichtsnutz! wörtl.: Mit dem bist Du Dein ganzes Leben lang angeschmiert.
- Mit dera kennd mr Wänd neischmeißa ond dia däd no froga, wos bocklad. = Über eine selten dumme Frau wörtl.: Mit der kann man Wände einwerfen und die würde auch noch fragen, wo es kracht.
- Mit guade Absichda gohd mr aus am Haus, ond mit dreggiche Schuah kommd mr widdr hoim. = Mit guten Absichten verlässt man das Haus, und mit schmutzigen Schuhen kommt man wieder heim.
- Mit guadem Willa ond a bissle Gwald gohd faschd ällas! = Mit gutem Willen und ein wenig Gewalt bekommt man fast alles hin!
- Mit kloine Schridd kommd ’s Geld ens Haus - naus machd’s große! = Daher im kleinen sparen, dann reicht es auch für das Große wörtl.: Mit kleinen Schritten kommt das Geld ins Haus, hinaus geht in großen Schritten
- Mit ma Hond fängsch Hasa, mit Geld Fraua ond mit Lob Narra! = Mit einem Hund fängt man Hasen, mit Geld Frauen und mit Lob Narren!
- Mit ma Mo isch’s wie mit am Ofa. Ab ond zua muass mr’n ausganga lassa, no ziagd’r widdr bessr. = Mit einem Mann verhält es sich wie mit einem Ofen. Ab und zu muss man ihn ausgehen lassen, damit er wieder besser zieht.
- Mit ma Vrgeldsgott kosch koi Vieh fuddara! = Von leeren Worten wird man nicht satt! wörtl.: Mit einem Vergelts Gott kann man kein Vieh satt bekommen
- Mit manche Fraua isch wie bei de Zwiebla, je meh Schala fallad, je meh muasch heula. = Bei manchen Frauen ist es wie bei Zwiebeln, je mehr Schalen fallen, umso mehr muss man weinen.
- Mit volle Hosa isch guad schdenka! = Wer kann, der kann! wörtl.: Mit vollen Hosen ist es leicht, zu stinken!
- Mo ond Weib, senn oin Leib, abbr net oin Maga! = Jeder hat andere Vorlieben! wörtl.: Mann und Frau haben einen Leib, aber nicht einen Magen!
- Mogsch Du mi au so, wie i Di? = Schwäbische Liebeserklärung wörtl.: Liebst Du mich auch so, wie ich Dich liebe?
- Mogsch Du mi au, em Fall dass I Di möga däd? = Schwäbische Liebeserklärung wörtl.: Liebst Du mich, falls ich Dich auch lieben sollte?
- Moina derf mer, abbr net moina mr derf! = Immer realistisch bleiben wörtl.: Meinen darf man, aber nicht meinen, man darf!
- Morga friah isch d’Nachd rom! = Lass uns ins Bett gehen! wörtl.: Morgen früh ist die Nacht herum!
- Morga isch au no an Dag zom Nixdoo! = In der Ruhe liegt die Kraft wörtl.: Morgen ist auch noch ein Tag zum Nichtstun!
- Morga isch au no an Dag! = Kopf hoch! Schluss jetzt! Das Leben geht weiter wörtl.: Morgen ist auch noch ein Tag
- Morga muass e bäldr uffschdanda. = Morgen muss ich noch früher aufstehen.
- Morgarega ond Aldweibrtanz daurad net lang! = Manches ist vorsehbar kurz. wörtl.: Morgenregen und der Tanz alter Frauen dauern nicht lange.
- Mr duad net ’s Hendere vor am Vordara! = Man sollte immer die Reihenfolge einhalten! wörtl.: Man macht nicht das Hintere vor dem Vorderen!
- Mr glaubd gar net, was en oin neigohd, wemm’r langsam duad ond an anderer zahld. = Typische schwäbische Lebenseinstellung wörtl.: Man glaubt gar, was man alles essen und trinken kann, wenn man langsam macht und ein anderer die Zeche bezahlt
- Mr glaubd jo gar net, was en oin neigohd, wemm’r eiglada isch! = Typische schwäbische Lebenseinstellung wörtl.: Man glaubt gar, was alles in einen hineingeht, wenn man eingeladen ist!
- Mr hodd net jedn Dag an guada Dag! = Es gibt halt auch mal schlechte Tage wörtl.: Man hat nicht jeden Tag einen guten Tag
- Mr hodd no nia khörd, dass ’s Loch dr Maus nochschbrengd. = Noch nie ist das Mausloch der Maus nachgerannt.
- Mr isch hald au nemme Zwanzig! = Wir alle werden älter! wörtl.: Man ist halt auch nicht mehr Zwanzig!
- Mr ko au Wassr saufa, abbr mr ko’s au bleiba lassa! = Wenn es sein muss! wörtl.: Man kann auch Wasser trinken, aber man kann es auch bleiben lassen!
- Mr ko au a Säggle zuabenda, wenns no net voll isch. = Alte Form der 80/20-Regel wörtl.: Man kann auch einen Sack zubinden, wenn er noch nicht voll ist.
- Mr ko au ogschaffd veschbara, abbr ohne Veschbr ko mr net schaffa! = Man kann auch vespern ohne gearbeitet zu haben, aber ohne ein tüchtiges Vesper kann man nicht arbeiten.
- Mr ko au ohne Alkohol luschdig sei, abbr I gang liebr uff Nommr sicher! = Man kann auch ohne Alkohol lustig sein, aber ich gehe lieber auf Nummer sicher!
- Mr ko hald net älle Berg eba macha. = Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit wörtl.: Man kann halt nicht alle Berge einebnen
- Mr ko koin Furz uff a Breddle nagla! = Das lässt sich nicht verzwingen! wörtl.: Man kann keinen Furz auf ein Brett nageln!
- Mr ko net bloß emmr nehma, mr muass sich au amol was gäba lassa! = Man kann nicht immer nur nehmen, man muss sich auch mal was geben lassen!
- Mr ko net gleichzeidig scheißa, Kraut hagga ond am Pfarrer d’Hand gä! = Alles zur gleichen Zeit zu erledigen, geht halt nicht! wörtl.: Man kann nicht gleichzeitig scheißen, Kraut hacken und dem Pfarrer die Hand geben.
- Mr ko net meh do, als gnuag essa ond drenga! = Unschwäbische Priorität! wörtl.: Man kann nicht mehr machen, als genug zu essen und zu trinken.
- Mr ko net meh vrschbara, als am Häs ond am Gfräß! = An der Kleidung und am Essen kann man am einfachsten sparen!
- Mr ko net noch älle Mugga schlaga! = Man kann nicht alles zugleich tun wörtl.: Man kann nicht (gleichzeitig) nach allen Fliegen schlagen!
- Mr koa neamrds draua em Leba, net omol dr oigana Hosadasch, au dia kennd a Loch han. = Man kann im Leben niemandem trauen, nicht mal der eigenen Hosentasche, auch die könnte ein Loch haben.
- Mr kriagd ab ond zua an Schwob aus am Ländle, abbr nia s’Ländle aus ma Schwob! = Man bekommt manchmal einen Schwaben aus dem "Ländle", aber nie das "Ländle" aus einem Schwaben!
- Mr lobd koin, aussr er brauchds! = Man lobt niemanden, ausser denjenigen, der es wirklich nötig!
- Mr muass a Schof schera, wenns Wolle hodd. = Günstige Gelegenheiten soll man nützen! wörtl.: Man muß das Schaf scheren, wenn es Wolle hat!
- Mr muass der Sach uff da Grond ganga, hodd dr Baur gmoind, als er en d’Gillagruab gfloga isch. = Man muss der Sache auf den Grund gehen, meinte der Bauer, als er in die Jauchegrube gefallen war.
- Mr muass dr Habr säa, wenn koin Wend gohd! = Man muß den Hafer säen, wenn kein Wind weht!
- Mr muass d’Kiah melga, wenn se Milch geand! = Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen! wörtl.: Man muss die Kühe melken, wenn sie Milch geben!
- Mr muass d’Leit nehma, wie se senn, net wie se sei soddad. = Man muss die Menschen nehmen, wie sie sind, und nicht wie sie sein sollten.
- Mr muass emmr ’s Beschd hoffa, ’s Schlechde kommd von alloi. = Man sollte immer auf das Beste hoffen, das Schlechte kommt leider von alleine.
- Mr muass es Geld von de Leit nehma, von de Bäum ko mr’s net schiddla. = Man muss das Geld von den Menschen nehmen, von den Bäumen kann man es ja nicht schütteln.
- Mr muass es enanandr rechna, hodd dr Baur gmoind, als em am gleicha Dag ’s Weib gschdorba isch und d’Kuah kälbarad hodd. = Ausgleichende Gerechtigkeit?! wörtl.: Man muss es gegeneinander aufrechnen, meinte der Bauer, als ihm am gleichen Tag die Frau weggestorben ist, aber dafür die Kuh ein Kälbchen bekommen hat.
- Mr muass viel leida, hodd d’Bäuere gmoind, und no dia dode Maus abgschläggd, wo se aus am Gsälzglas zoga hodd. = Man sollte keine Berührungsängste haben wörtl.: Man muss viel leiden, meinte die Bäuerin, als sie eine tote Maus abschleckte, die sie aus dem Marmeladenglas gezogen hatte.
- Mr muaß au fir andere schbara! = Man muß auch für andere sparen! Ein schwäbischer Wesenzug, mit dem man Nichtschwaben ziemlich nerven kann!
- Mr muaß viel lerna, bis mr woiß, wie domm dass mr isch. = Man muß viel lernen, um erkennen, daß man eigentlich nichts weiß.
- Mr schbannd dr Karra net vor dr Gaul! = Ordnung muss sein! wörtl.: Man spannt den Wagen nicht vors Pferd.
- Mr schbannd dr Waga net vor d’Ochsa! = Auf die Reihenfolge kommt es an! wörtl.: Man spannt den Wagen nicht vor die Ochsen
- Mr schmeißd d’alde Schuah net weg, bevor mr neue hodd. = Man wirft die alten Schuhe nicht weg, bevor man neue hat.
- Mr schwätzd viel, wenn dr Dag lang isch! = Manchmal redet man eben auch Unsinn wörtl.: Man redet viel, wenn der Tag lang ist.
- Mr schwätzd’s ganz Johr vo der Kirbe, z’mol isch se do! = Sagt man zu einem wenig überraschenden Ereignis wörtl.: Man redet das Jahr vom Jahrmarkt und plötzlich ist er da
- Mr segd net äwwl Mulle, mr segd au Katz! = Man sagt nicht nicht nur Kätzchen, man sagt auch Katze!