Wörter aus „Redensart“
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- Scharfe Messr schneidad guad, scharfe Zonga abbr no viel meh! = Scharfe Messer schneiden gut, scharfe Zungen aber noch viel mehr!
- Schbar en dr Nod, no hosch no meh en dr Zeid! = Spare in der Not, dann hast du noch mehr in der Zeit!
- Schbar en dr Zeid, no hosch en dr Nod! = Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!
- Schbeikendla senn Gedeihkendla. = Babys, die sich oft übergeben, gedeihen als Kinder bestens. wörtl.: Speikinder sind Gedeihkinder
- Schbülwassr leschd au dr Durschd! = Sagt man über einen bei Getränken wenig wählerischen Mann! wörtl.: Spülwasser löscht auch den Durst!
- Schdille Wassr senn diaf. = Stille Wasser sind tief.
- Schdohd em Novembr noch des Korn, isch es hald vrgessa worn! = Man kann nicht an alles denken! wörtl.: Steht im November noch das Korn, ist es wohl vergessen worden!
- Schee ond guad, senn selda ondr oim Huad. = Schön und gut sind Eigenschaften, die selten gemeinsam auftreten. wörtl.: Schön und gut, sind selten unter einem Hut.
- Scheeheid kosch en koi Schissl brogga! = Von Schönheit alleine, kann man auch nicht leben! wörtl.: Schönheit kann man in keine Schüssel hineinbröckeln!
- Scheeheid vrgohd, abbr Bsitz bschdohd! = Schönheit ist vergänglich, aber Besitz bleibt bestehen!
- Scheeheid vrgohd, abbr a wiaschd bleibd wiaschd! = Schwäbische Pragmatik wörtl.: Schönheit ist vergänglich, aber hässlich bleibt hässlich!
- Scheene Däg soll mr obads loba, scheene Fraua morgens! = Schöne Tage soll man am Abend loben, schöne Frauen am Morgen!
- Scheene Mädla ond scheene Gäul siehd mr viel noch. = Hübschen Mädchen und edlen Rössern verzeiht man vieles.
- Scheene Mädla werdad ofd wiaschde Weibr! = Aus hübschen Mädchen werden oft häßliche Frauen!
- Scheene Wiegakendr, wiaschde Gassakendr! = Kinder, die in der Wiege wunderschön aussehen, werden oft hässliche Gassenkinder!
- Scheißa ko jedr, abbr da richdige Duft nokriaga, isch a Kunschd! = Der Teufel liegt im Detail wörtl.: Scheissen kann jeder, aber den richtigen Duft zu verbreiten, das ist die Kunst!
- Schenka kann i dir’s leidr net, sonsch kosch jo koi Skondo meh abziaga! = Sagt man, wenn jemand etwas zu teuer ist. wörtl.: Schenken kann ich es Dir leider nicht, sonst kannst Du ja kein Skonto mehr abziehen
- Schenke, schenke nemme her, gib mr dausend Talr her. = Auszählreim wörtl.: Ich schenke das nicht mehr her, gebe mir 1000 Taler.
- Scherba brengad Gligg! = Scherben bringen Glück!
- Schlechd gfahra isch bessr, wie guad gloffa. = Schlecht gefahren ist besser, als gut gelaufen.
- Schlechd glebd isch emmr no bessr, wie guad gschdorba! = Ein schlechtes Leben ist immer noch besser, als ein guter Tod!
- Schlechd seha du I emmr bessr! = Mein Augenlicht lässt nach! wörtl.: Schlecht sehen tue ich immer besser
- Schlechd seha du I emmr bessr, bloß ’s guad höra gohd emmr schlechdr. = Schlecht sehen tue ich immer besser, nur gut hören wird immer schlechter!
- Schlof naggich, no vrsoichsch koi Hemad. = Schlaf nackt, dann verpinkelst Du kein Hemd.
- Schlägd dr Blitz da Baura dod, schbard sei Weib am Obadbrod. = Bauernregel: Schlägt ein Blitz den Bauern tot, spart sein Weib das Abendbrot.
- Schmiera ond Salba hilfd allendhalba - hilfd’s net bei de Kärra, no hilfd’s doch bei de Herra. = Wie wahr, wie wahr wörtl.: Schmieren und salben, hilft allenthalben, hilft es nicht bei den Wagen, dann hilft es bei den Herren.
- Schnell glernd, isch au schnell vergessa! = Wer schnell lernt, vergisst auch schnell wieder!
- Scho komisch: Mr fend emmr an Schuldiga, abbr nia an Vrandwordlicha! = Schon merkwürdig: Man findet immer einen Schuldigen, aber nie einen Verantwortlichen!
- Schulda fressad jedn Dag mit aus dr Schissel! = Schulden drücken dauernd! wörtl.: Schulden essen jeden Tag mit aus der Schüssel!
- Schulda vrfaulad net, mr beigd se hald au so ofd om! = Schulden bleiben erhalten! wörtl.: Schulden verfaulen nicht, dazu muss man sie viel zu oft umstapeln.
- Schwarze Kiah gäbad au a weiße Milch. = Auch schwarze Kühe geben weiße Milch.
- Schweiga ond Denka, duad nearmds kränka! = Schweigen und Denken, wird niemanden kränken!
- Schwäbisch isch fei an Dialägd, koin Schbrochfehlr! = Schwäbisch ist ein Dialekt, kein Sprachfehler!
- Schwätz was wahr isch, iss was gar isch, drenk was glar isch! = Rede keinen Unsinn, iss vernünftig und trinke nur Gutes! wörtl.: Sag die Wahrheit, iss nur Gares und trinke, was klar ist
- Schwätza isch Silbr, Schaffa isch Gold! = Schwäbische Prioritäten wörtl.: Reden ist Silber, Arbeiten ist Gold!
- Schwätza isch leichdr als do! = Über etwas zu reden ist einfacher, als etwas zu tun!
- Schätza ko fehla! = Wissen ist besser als schätzen! wörtl.: Schätzen kann zu falschen Ergebnissen führen
- Seelig senn dia Langsame, se kommad no bald gnuag z’schbäd! = Seelig sind die Langsamen, denn sie kommen immer noch rechtzeitig zu spät!
- Sei Weib ond sein Gaul sodd mr net vrleiha! = Manches sollte man nie aus der Hand geben! wörtl.: Seine Frau und sein Pferd sollte man nie verleihen!
- Selbr denka machd gscheid! = War nie so wichtig wie heute! wörtl.: Selbst zu denken, macht klug!
- Selbr fressa machd fedd! = Der kluge Mann denkt nicht zuletzt an sich zuerst.. wörtl.: Selber essen, macht fett!
- Sich agaschiera isch a Gschäfd, abbr äbbr zom agaschiera isch a Kunschd. = Sich zu engagieren ist Arbeit, andere zu engagieren oft eine Kunst.
- Sichr isch sichr, hodd dr Baur gsagd ond sein doda Hond abonda. = Sicher ist sicher, hat der Bauer gesagt und seinen toten Hund angeleint.
- Sieba Johr hend se ’s Michale mit mr drieba, abbr i han’s glei gmergd! = Hauptsache, man merkt es irgendwann wörtl.: Sieben Jahre wurde ich verarscht, aber ich habe es sofort gemerkt
- Sitzt an Goggl uff ra Kräh, isch koi Henna en dr Näh! = Irren ist mesnchlich! wörtl.: Sitzt ein Hahn auf einer Krähe, ist keine Henne in der Nähe.
- So domme Hond wie mir feif, gibts koine vier, denn mir drei, senn de zwoi oinzige! = Schwäbische Zahlenlehre wörtl.: So dumme Hunde wie wir fünf, gibts es keine vier, denn wir drei sind die zwei einzigen!
- So hodd mr ällaweil scho gsait! = Das war schon immer so! wörtl.: So hat man es immer schon gesagt!
- So isch hald no au widdr! = Man muss auch immer die Kehrseite der Medaille bedenken wörtl.: So ist es dann auch wieder!
- So ischs mit de Weibr, je meh Zäh se vrlierad, umso bissigr werdad se. = So ist es mit den Frauen, je mehr Zähne sie verlieren, umso bissiger werden sie.
- So ischs rechd, no ’s Arschloch gschond! = Wo das Saufen viel Ehre bedeutet, ist das Kotzen auch keine Schande! wörtl.: So ist es recht, nur das Arschloch geschont!
- So jong kommad mr nemme zamma! = So jung kommen wir nie mehr zusammen!
- So lang gfischd ond no erschd a Grodd rauszoga! = Ergebnisse sind nicht immer zeitabhängig! wörtl.: So lange Zeit gefischt und doch nur eine Kröte geangelt.
- So lang mr huaschded, lebt mr no! = Es ist noch nicht vorbei! wörtl.: So lange man noch hustet, lebt man!
- So schmeißd mr’s bloß em Hond no! = Wenn man etwas zugeworfen bekommt, was man unmöglich fangen kann wörtl.: So wirft man es nur dem Hund hin!
- Solang mr orgld, isch d’Kirch net aus! = Es ist noch Hoffnung! wörtl.: Solange noch die Orgel spielt, ist die Kirche noch nicht aus
- Solang mr singd, isch d’Kirch net aus! = Es ist noch Hoffnung! wörtl.: Solange man singt, ist die Kirche noch nicht aus
- Spätzla ohne Soß, senn wie a Mo ohne Hos. = Beides gehört einfach zusammen! wörtl.: Spätzle ohne Sauce, sind ein Mann ohne Hose.
- Spätzla, Porsche, Benz, mir Schwoba henn’s! = Schwäbisches Selbstbewusstsein.
- Sterba ond heirada muass mr alloi! = Manche Dinge kann einem niemand abnehmen wörtl.: Beim sterben und heiraten ist man alleine!
- Uff am Kirchhof liegad an Haufa Leit, dia glaubd hend, ohne sie gohds net! = Auf dem Friedhof liegen viele Menschen, die sich für unersetzlich hielten!
- Uff da Gaul wo ziaht, haud mr nei! = Wer die Arbeit macht, bekommt auch noch die Kritik! wörtl.: Auf das Pferd, das zieht, schlängt man auch noch ein!
- Uff dem Messr kosch bis noch Rom nareida. = Dieses Messer ist stumpf! wörtl.: Auf dem Messer kannst Du bis nach Rom reiten.
- Uff dr Alb mieded mr net, mr erbd! = Auf der Alb mietet man nicht, man erbt!
- Uff oim Fuaß ko mr net laufa, hodd sellr Dausedfiaßlr gsagd, = Auf einem Fuß kann man nicht laufen, hat jener Tausendfüßler gesagt,
- Uff äbbas Gwieß ko mr guad warda! = Auf etwas, das sicher ist, kann man gut warten!
- Uff’m Markt lernd mr d’Leit bessr kenna, als en dr Kirch. = Im täglichen Leben lernt man die Menschen besser kennen, als in der Kirche.
- Uff’s Hörasaga ko mr sich net vrlassa. = Selber schlau machen. wörtl.: Auf das Hörensagen kann man sich nicht verlassen.
- Viel Dropfa gäbad au an Bach. = Kleinvieh macht auch Mist. wörtl.: Viele Tropfen ergeben auch einen Bach.
- Viel Ehr machd gern dr Beidl leer. = Viel Ehre ist oft eine brotlose Kunst. wörtl.: Viel Ehre macht in der Regel den Beutel leer
- Viel Händ machad bald a End = Viele Hände führen zu einem schnellen Ende.
- Viel Händ senn emmr guad, außr en dr Schissl! = Viele Hände sind immer gut, außer man isst aus einer Schüssel!
- Viel Kendr, viel Sega, hodd dia sell Hebamm gsagd ond ’s Geld eigeschdeggd! = Unterschiedliche Blickwinkel! wörtl.: Viele Kinder, viel Segen, hat die Hebamme gesagt und das Geld eingesteckt!
- Viel Reisr machad au an Besa! = Viele kleine Äste ergeben auch einen Besen!
- Viel Wässerla gäbad au an Bach. = Kleinvieh macht auch Mist. wörtl.: Viele Tropfen ergeben auch einen Bach.
- Viel rutscha gibt beese Hosa! = Wer viel macht, dem kann auch viel passieren wörtl.: Viel herumzurutschen macht die Hose kaputt!
- Viel wissa machd Kopfweh, ällas wissa machd Bauchweh! = Vieles zu wissen, verursacht Kopfschmerzen, alles zu wissen, gibt Bauschmerzen!
- Vo ma Ochsa ko mer net mehr vrlanga, wie guads Schdigg Rendfloisch! = Jeder nach seinen Fähigkeiten wörtl.: Von einem Ochsen kann nicht mehr erwarten, als ein gutes Stück Rindfleisch!
- Vom Drufflega isch no koinr reich worda. = Durch Geld verlieren ist noch niemand reich geworden.
- Vom Galga uffs Rad komma = Sich nur scheinbar verbessern wörtl.: Vom Galgen aufs Rad kommen.
- Vom Geld ausgäba isch no koinr reich worda. = Durch Geld ausgeben ist noch niemand reich geworden.
- Vom Schaffa wird ma net reich, sonsch wärad d’Knechd dia Reichschde! = Von der Arbeit wird man nicht reich, sonst wären die Knechte am reichsten!
- Vom a kloina Laib ko mr koine große Schdigg raschneida! = Von einem kleinen Laib kann man keine großen Stücke abschneiden!
- Vom ma Domma ko mr nix lerna, abbr vom ma Faula scho! = Von einem dummen Menschen kannst Du nichts lernen, aber von einem faulen Menschen schon!
- Vom viela Schaffa vrreggad d’Gäul! = Also, immer locker bleiben wörtl.: An der vielen Arbeit sterben die Pferde!
- Vom zuagugga alloi wird mr net fedd! = Nur vom zusehen nimmt man nicht zu!
- Von Scheeheid alloi, kosch au net leba! = Von Schönheit alleine, kann man auch nicht leben!
- Von de Leit muaß mr ’s Geld nemma, von de Bäum ko mr’s no net schiddla. = Geld muss man von den Menschen nehmen, von den Bäumen kann man es ja nicht schütteln.
- Von de Reiche lernd ma ’s schbara, von de Arme ’s schenka. = Bei den Reichen lernt man das Sparen, von den Armen das Schenken.
- Von de alde Katza lernad d’Jonge ’s mausa. = Von den alten Katzen können die Jungen das Mäusefangen lernen.
- Von dem seim Roschdbroda hosch zwoi Däg Muskelkadr en dr Gosch. = Der kocht wirklich reichliche Portionen wörtl.: Von dem seinen Rostbraten hat man zwei Tage Muskelkater am Mund
- Von dr Seeligkeid alloi ko mr net leba, ond d’Liab isch bald vrgessa! = Ratschlag zur Hochzeit wörtl.: Von der Seligkeit allein kann niemand leben, und die Liebe ist bald vergessen!
- Von nix kommd nix! = Von nichts kommt nichts!
- Vor am Essa ben e faul, noch am Essa hänge ’s Maul. = Vor dem Essen bin ich faul, und nach dem Essen ist das genauso.
- Vor dr Hochzich liab Kend, nochher wehd an andrer Wend! = Nach der Hochzeit weht oft ein anderer Wind! wörtl.: Vor der Hochzeit ist man lieb Kind, nachher weht ein anderer Wind.
- Vor dr Hochzich said mr Mulle, noch der Hochzich said mr Katz! = Nach der Hochzeit werden die Kosenamen immer dezidierter wörtl.: Vor der Hochzeit sagt man Kätzchen, nach der Hochzeit sagt man Katze!
- Vorna flach ond henda eba, wo dra soll mr sich do heba? = Böse über eine dünne, flachbrüstige Frau. wörtl.: Vorne flach und hinten eben, woran soll man sich da festhalten?
- Vorna hui ond henda pfui! = Vorne hui und hinten pfui! Was von vorne gut aussieht, muss nicht auch von hinten gut aussehen!
- Vrgräbd mr an beesa Mo am Samschdich, no hodd sei Weib an scheena Sonndich! = Immer positiv denken! wörtl.: Begräbt man einen bösen (Ehe-)mann am Samstag, hat sein Weib wenigstens einen schönen Sonntag!
- Vrheiradede Männr lebad net längr als Jonggsella, ’s kommd ne bloß so vor! = Ehemänner leben nicht länger als Junggesellen, es kommt ihnen nur so vor!
- Vrschidedds Wassr kannsch nemme aufheba = Passiert ist halt passiert wörtl.: Verschüttetes Wasser kann man nicht mehr aufheben