Wörter aus „Redensart“
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- Wenn dr Schnee hoch liegd, no scheißad Baura zom Dach naus. = Es findet sich für alles eine Lösung. wörtl.: Wenn der Schnee hoch liegt, dann scheissen die Bauern zum Dach hinaus.
- Wenn dr Schnee liegd uff am Gländr, no isch Wendr! = Wenn auf dem Geländer Schnee liegt, dann ist Winter!
- Wenn dr Vaddr an Daggl isch, no ko dr Jong koin Schäferhond sei! = Abstammungslehre wörtl.:Wenn der Vater ein Dackel ist, kann der Sohn kein Schäferhund sein!
- Wenn dr Wirt schbrengd, no isch äbbas bassierd! = Also aufpassen wörtl.: Wenn der Wirt rennt, dannn ist etwas schlimmes passiert!
- Wenn du Dei Nos in mein Arsch schdeggsch, no han ich a Nos em Arsch ond du a Nos em Arsch, abbr i ben reladiv bessr dra. = Die Erklärung der Relativitätstheorie auf Schwäbisch wörtl.: Wenn Du Deine Nase in meinen Hintern steckst, dann habe ich eine Nase im Hintern und hast eine Nase im Hintern, aber ich bin relativ besser dran.
- Wenn du Dengr zua meinr Dengere Dengere saisch, no sag i zu deiner Dengere au Dengere! = Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!
- Wenn du duasch, was i sag, no kannsch macha, was d’willsch! = Wenn Du machts, was ich sage, dann kannst Du machen, was Du willst!
- Wenn du morga nix zom schaffa hosch, no komm i gern vorbei ond helf dr! = Wenn Du morgen keine Arbeit zu tun hast, komme ich gerne vorbei und helfe Dir!
- Wenn d’Arbad emma Fässle wär, I däds net aschdecha! = Wenn die Arbeit in einem kleinen Faß wäre, ich würde es nicht anstechen!
- Wenn d’Arbad reich macha däd, wär dr Ochs reichr als dr Baur! = Die Kopfarbeit hat Ihre Vorteile wörtl.: Wenn Arbeit reich machen würde, dann wäre der Ochse reicher als der Bauer!
- Wenn d’Birn zur Hutzl wird, no hodd mer nemme lang dro. = Sic transit Gloria mundi. wörtl.: Wenn aus einer Birne eine gedörrte Birne wird, hat man nicht mehr lange etwas davon.
- Wenn d’Fraua vrbliahd, vrdufdad d’Männr. = Das ist sehr frauenfeindlich und unschön! wörtl.: Wenn die Frauen verblühen, verduften die Männer.
- Wenn d’Henna henna senn, no senn d’Henna henna. = Wenn die Hühner im Stall sind, sind die Hühner im Stall.
- Wenn d’Katza Gäul wärad, no kennd mr uff d’Bäum nuffreida. = Wenn das Wörtchen 'wenn' nicht wär wörtl.: Wenn die Katzen Pferde wären, dann könnte man auf die Bäume reiten
- Wenn d’Kuah koin Schwanz meh hodd, no weiß se erschd, fir wa’s r guad war! = Einen großen Verlust bemerkt man oft zu spät! wörtl.: Wenn die Kuh keinen Schwanz mehr hat, fällt einem auf, für was er gut war
- Wenn d’Liab vor dr Eh z’hoiß brennd, no gibt ’s noch dr Hochzich leichd a Donndrweddr. = Wenn die Liebe vor der Ehe hoch lodert, dann gibt es nach der Hochzeit leicht ein Donnerwetter.
- Wenn d’Maus voll isch, schmeggt’s Mehl biddr. = Mit vollem Bauch, studiert sich’s schlecht. wörtl.: Wenn die Maus satt ist, dann schmeckt das Mehl bitter
- Wenn d’Weibr ums Feur romschdandad, no meind a jede, se missd au a Scheidle neischmeißa. = Na ja, Weibermund tut Wahrheit kund wörtl.: Wenn Frauen um ein Feuer herumstehen, dann glaubt jede, sie müsste noch ein Scheit hinwerfen
- Wenn d’Wurschd so digg wias Brod isch, isch wurschd wie digg es Brod isch! = Wenn die Wurst so dick geschnitten ist, wie das Brot, ist es egal, wie dick das Brot ist!
- Wenn erschd en älle Mäulr bisch, kommsch nemme naus! = Wenn Du erst in aller Munde bist, kommst Du nicht mehr heraus!
- Wenn i amol mei Auga zuamach, machsch Du Deine uff! = Die Hoffnung auf späte Erkenntnis wörtl.: Wenn ich einmal die Augen schließe, dann gehen Dir Deine auf!
- Wenn i geschdrn gwissd hädd, was i heit woiß, miaßd e morga net do, was i friahr scho net gern do han. = Wenn ich früher gewusst hätte, was ich heute weiß, müsste ich nicht morgen etwas tun, was ich schon früher nicht gemocht habe.
- Wenn i nomol uff d’Welt käm, i käm nemme! = Pessimistische Lebenseinstellung wörtl.: Wenn ich nochmals auf die Welt käme, ich käme nicht mehr!
- Wenn i schnellr schaff, werd i au schnellr miad. = Wenn ich schneller arbeite, werde ich auch schneller müde!
- Wenn i scho koin Baur beh, gohd mr au koin Gaul net hee, brichd mr au koin Ochs a Horn, scheißd mr au koi Katz ins Korn. = Schwäbischer Trost für arme Menschen wörtl.: Da ich kein Bauer bin, stirbt mir auch kein Pferd weg, bricht sich auch kein Ochse das Horn und scheißt mir keine Katze ins Korn.
- Wenn koi Geld hasch, na muasch hald wechsla lassa! = Schwabenrat für bargeldlose Neigschmeckte wörtl.: Wenn Du kein Geld hast, dann musst Du es halt wechseln lasen
- Wenn mir zwoi net wärad, no häddad d’Leit nix zom kratza, segd d’Laus zom Floh! = Wenn es uns beide nicht geben würde, hätten die Menschen nichts zum kratzen, sagt die Laus zum Floh!
- Wenn mr dem an Pfenning in Arsch glemmd, no gohd Prägung raus! = Sagt man über einen Geizhals! wörtl.: Wenn man dem einen Pfennig in den Hintern klemmt, dann geht die Prägung raus!
- Wenn mr dr Kaffee scho obads drengd, ko mr morgens längr schlofa. = Wenn man schon abends frühstückt, kann man morgens länger ausschlafen.
- Wenn mr dr Koch net mog, schmeggt de beschd Supp net! = Wenn man jemanden nicht leiden kann, dann kann der einem nichts richtig machen. wörtl.: Wenn man den Koch nicht mag, dann mundet die beste Suppe nicht!
- Wenn mr net duad wie d’Leit, hodd mr’s au net wie d’Leit! = Immer schön anpassen! Wenn man nicht mit den Wölfen heult, wird man auch kein Wolf!
- Wenn mr schnell machd, no brauchd mr net brässiera! = Schwäbische Logik: Wenn man sich beeilt, muss man sich nicht sputen!
- Wenn mr vom Esl schwätzd, no kommd er! = Das haben Sie bestimmt auch schon erlebt? wörtl.: Wenn man über einen Esel redet, dann kommt er!
- Wenn no dr Buggl au Bauch wär = Oh wenn ich doch noch mehr essen könnte (Lob nach einem guten Essen) wörtl.: Oh wenn der Rücken doch auch noch Bauch wäre
- Wenn no älle so wärad, wie i sei sodd. = Tiefschürfende schwäbische Selbsterkenntnis wörtl.: Wenn doch nur alle so wären, wie ich sein sollte
- Wenn oinr a Madonna heird, bleibd ofd bloß s’s Greiz iebrig! = Sagt man, wenn jemand eine schöne Frau heiratet. wörtl.: Wenn einer eine Madonna heiratet, bleibt oft nur das Kreuz übrig!
- Wenn zwoi Weibr zammakommad, wird de dritt en d’Hächl gnomma. = Wenn sich zwei Frauen treffen, lästern sie über eine dritte!
- Wenn älle Herra wärad, wer däd no dia Säu hiada? = Wenn alle Menschen Herren wären, wer würde dann die Schweine hüten?
- Wenn’s Glas voll isch, no isch leichd hald schreia! = Bescheidenheit ist eine Zier wörtl.: Wenn das Glas randvoll ist, dann ist leicht STOP zu sagen
- Wenn’s Gligg regnet, schdandad mr ondr, ond wenns Brei regned, hemm’r koin Leffl. = Wenn es Glück regnet, stehen wir unter, und wenn es Brei regnet, haben wir den Löffel nicht dabei.
- Wenn’s Kend erschd daufd isch, will jedr Dode sei. = Wenn das Kind dann erst getauft ist, will plötzlich jeder Taufpate sein.
- Wenn’s Weddr so bleibt, isch ’s Morga wie heit! = Wenn das Wetter so bleibt, ist es morgen wie heute!
- Wenn’s Weib net drhoim isch, isch dr Mo Meischdr. = Wenn die Frau nicht zu Hause ist, ist der Mann Meister.
- Wenn’s am Samschdich Obad schneid, isch dr Sonndag nemme weid! = Wenn es am Samstag Abend schneit, ist der Sonntag nicht mehr weit!
- Wenn’s am ärgschda isch, ko’s bloß no bessr werda! = Wenn man ganz unten ist, kann es nur noch aufwärts gehen.
- Wenn’s bloß lang gnuag regned, werdad amend älle naß! = Wenn es nur lange genug regnet, werden am Ende alle naß!
- Wenn’s bloß regnad ond schneid, kommd a deire Zeid! = Bauernregel wörtl.: Wenn es nur regnet und schneit, kommt eine teure Zeit!
- Wenn’s brässierd, muasch fei langsam do! = Wenn es sehr eilt, muss man bedacht sein!
- Wenn’s brässierd, soll mr net hudla. = In der Ruhe liegt die Kraft, auch in der Eile wörtl.: Wenn es eilt, soll man nicht schludern!
- Wenn’s oms Geld gohd, lernsch d’Leit kenna. = Wenn erst um Geld geht, lernt man die Menschen kennen.
- Wenn’s schaffa was leichds wär, no däd’s dr Schuldes selbr! = Schaffen ist halt harte Arbeit! wörtl.: Wenn arbeiten etwas leichtes wäre, würde es der Bürgermeiter selbst erledigen!
- Wenn’s scheißegal wär, däd mr Dregg en dr Supp kocha. = Wenn es egal wäre, dann würde man Dreck in der Suppe kochen.
- Wenn’s uff d’Baura regned, no dropfd’s au uff d’Knechd! = Causaler Nexus! wörtl.: Wenn es auf die Bauern regnet, dann tropft es auch auf die Knechte!
- Wenn’s warm isch, hoizd mr net ei. = Keine unnötige Aktion! wörtl.: Wenn es warm ist, heizt man nicht ein.
- Wenn’s was omasoschd gibt, druggad älle rei wie d’Kälde. = Wenn es etwas umsonst gibt, stürzen alle herbei. wörtl.: Wenn es etwas umsonst gibt, drucken alle rein wie die Kälte.
- Wenn’s zviel isch, no reißd dr Sagg ond brichd dr Bendl! = Irgendwann ist auch mal gut! wörtl.: Wenn es zuviel ist, reißt der Sack und bricht der Bändel!
- Wer Schdiaga fega will, muass oba afanga. = Wer eine Treppe fegen möchte, sollte oben anfangen.
- Wer a Kuah melga will, muass sich bigga! = Wer eine Kuh melken möchte, muss sich bücken!
- Wer a Kälble will, muass a Kuah beddla. = Das Ziel wird selten auf geradem Weg erreicht wörtl.: Wer ein Kalb möchte, muss eine Kuh erbitten
- Wer a Weib nemmd, kriagd au a Schwiegrmuddr! = Wer sich eine Frau nimmt, bekommt auch eine Schwiegermutter!
- Wer als Ochs gebora isch, schdirbd net als Nachdigall = Man bleibt, was man ist wörtl.: Wer als Ochse zur Welt kommt, wird keine Nachtigall
- Wer amma andera an Fengr en’s Maul schdeggd, will hald bissa sei! = Wer einem anderen einen Finger in den Mund steckt, will halt gebissen werden!
- Wer an Haufa Wind machd, isch no lang koi Weddrmachr = Wer viel Wind macht, ist noch lange kein Wettermacher.
- Wer an Nagel bis an da Kopf eischlägd, ko koin Huad dra aufhänga! = Beim Arbeiten immer den Kopf einschalten! wörtl.: Wer einen Nagel bis zum Kopf einschlägt, kann keinen Hut mehr daran aufhängen.
- Wer an andera jagd, wird au miad. = Wer hinter einem Anderen herjagt, wird selber müde.
- Wer an d’ Äpfl gohd, gohd au an d’ Zwetschga! = Die Sorge vieler schwäbischer Väter mit heranwachsenden Töchtern! wörtl.: Wer an Äpfel geht, geht auch an Zwetschgen!
- Wer andre bei dr Arbad zuguggd, wird selda miad! = Wer anderen bei der Arbeit zuschaut, wird selten müde!
- Wer aus Lieb heierd, hodd scheene Nächd, abbr harde Däg. = Wer aus Liebe heiratet, hat schöne Nächte, aber harte Tage.
- Wer ausdoild, muass au eischdecka kenna! = Wer austeilt, muss auch einstecken können!
- Wer bei Dag hoimgohd, brauchd koi Ladern! = Wer noch bei Tageslicht nach Hause geht, braucht keine Laterne!
- Wer bei somma Weddr net krank wird, der isch net gsond. = Wer bei diesem Wetter nicht krank wird, kann unmöglich gesund sein.
- Wer da Fuaß net lupfd, schdolbrd gern! = Wer seine Beine nicht hebt, kann ins Straucheln kommen!
- Wer dia Jong will, soll dr Ald schmeichla! = Wer die Tochter will, sollte der Mutter schmeicheln!
- Wer d’ Arbad erfonda hodd, hodd scheinds nix zom do khet! = Wer die Arbeit erfunden hat, hat anscheinend nichts zum Tun gehabt!
- Wer d’Leit kenna lerna will, muass bloß a Giadle mid’en doila! = Wer die Menschen kennen lernen will, muss nur ein Grundstück mit Ihnen teilen!
- Wer d’Leit kennd ond da Weg, gohd nia fehl. = Wer die Menschen und seinen Weg kennt, geht nie fehl.
- Wer d’Zindhelzr net schbard wie d’Scheid, kommd net weid. = Gerade an den kleinen Dingen muß man sparen! wörtl.: Wer an den Streichhölzern nicht so genauso spart, wie an den Scheiten, kommt nicht allzu weit.
- Wer em Rohr sitzt, hodd guad Pfeifa schnitza. = Aus dem Vollen schöpfen! wörtl.: Wer im Schilf sitzt, kann gut Pfeifen schnitzen.
- Wer en dr Jugend net dobd, dobd em Aldr = Wer sich nicht beizeiten die Hörner abstösst ..
- Wer en dr Jugend zviel fährd, muass em Aldr laufa. = Wer in der Jugend zuviel fährt, muss im Alter laufen.
- Wer en dr Kehrwoch net kehrt, woiß net, was sich khört! = Wer nicht kehrt, wenn er Kehrwoche hat, weiß nicht, was sich gehört!
- Wer frissd wie a Katz ond saufd wie an Hond, der wird ganz ald ond bleibd lang gsond! = Wer wie eine Katze isst und wie ein Hund trinkt, wird alt und bleibt lange gesund!
- Wer gega da Wind soichd, kriagd nasse Hosa! = Man sollte immer vorher alles gut durchdenken! wörtl.: Wer gegen den Wind pinkelt, bekommt nasse Hosen!
- Wer globd werda will, muass sterba, wer gschempfd sei will, muass heirada. = Wer gelobt werden will, muß sterben, wer ausgeschimpft werden will, muß heiraten.
- Wer jong schdirbd, wird meischd net ald! = Stimmt! wörtl.: Wer jung stirbt, wird meist nicht alt!
- Wer kaufd, was er net brauchd, muass bald vrkaufa, was er brauchd! = Wer kauft, was er (eigentlich) nicht braucht, muss (vielleicht) bald etwas verkaufen, was er eigentlich braucht!
- Wer ko der ko ond wer net ko, der ko au net! = Wer kann, der kann, und wer nicht kann, der kann auch nicht!
- Wer koi Arbad hodd, suachd sich oine. = Wer keine Arbeit hat, sucht sich eine.
- Wer koi Hand hodd, ko au koi Fauschd macha! = Wer keine Hand hat, kann auch keine Faust machen!
- Wer koin Schbaß vrdrägd, soll’s Maul halda! = Wer austeilt, muss auch einstecken können! wörtl.: Wer keinen Spaß verträgt, soll die Klappe halten!
- Wer koine Kendr hodd, kennd’s hausa net! = Wer keine Kinder hat, versteht nichts vom Haushalten!
- Wer lachd, lebt längr, abbr wer längr lebt, hodd nix zom Lacha. = Wer lacht, lebt länger, aber wer länger lebt, hat meistens nichts zum Lachen.
- Wer lang fragd, gohd lang irr! = Wer viel fragt, bekommt viele Antworten!
- Wer lang fragd, lebd lang. = Wer viel fragt, lebt lange.
- Wer lang issd, lebt lang. = Wer in aller Ruhe sein Essen zu sich nimmt, lebt lange.
- Wer me net gern hodd, ko me grad gern han! = Wer mich nicht mag, der kann mir mal den Buckel runter rutschen! wörtl.: Wer mich nicht mag, der kann mich mal!
- Wer mi lobd, will äbbas oddr hodd scho äbbas! = Wer mich lobt, will etwas von mir oder hat schon etwas von mir!
- Wer mit Vierzga koin Ranza hodd, bleibd sei Leba lang an Gribbl! = Wer mit vierzig noch keinen Bauch, bleibt sein Leben lang ein Krüppel!
- Wer mit dr Armut zfrieda isch, isch reich gnuag! = Wer mit seiner Armut zufrieden ist, ist reich genug!
- Wer mit jonge Gäul aggarad, machd kromme Furcha! = Erfahrung ist alles! wörtl.: Wer mit jungen Pferden pflügt, macht krumme Furchen!