Wörter aus „Redensart“
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- Wer net afängd, ko au nix aufhöra! = Wer nichts beginnt, kann auch nichts beenden!
- Wer net afängd, wird au net ferdig! = Wer nicht (mit etwas) beginnt, wird auch nicht damit fertig!
- Wer net frogd, bleibt domm! = Wer nicht fragt, bleibt dumm!
- Wer net heierd, bleibd jong! = Wer nicht heiratet, bleibt jung!
- Wer net kommd zur rechda Zeid, muass hald fressa, was iebrig bleibd = Sagt man, wenn jemand zu spät zum Essen kommt wörtl.: Wer nicht kommt zur rechten Zeit, muss essen, was halt übrig bleibt
- Wer net mault ond jammrd, isch so guad wie hee! = Wer nicht schimpft oder jammert, muss schon tot sein!
- Wer net mit dr Zeid gohd, gohd mit der Zeid! = Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!
- Wer net schbard, wenn er hodd, der beddld, wenn er braucht! = Wer nicht spart, wenn er kann, der muss betteln, wenn er es braucht!
- Wer net schierd, der friehrd! = Wer nicht heizt, der friert!
- Wer net weid her isch, hodd au net weid hoim. = Wer nicht von weit her ist, hat auch nicht weit nach Hause.
- Wer net will, hodd khet ond wer khet hod, brauchd nix meh. = Wer nicht will, hat schon gehabt und wer gehabt hat, braucht nichts mehr.
- Wer net zuhört, lernt nix! = Wer nicht zuhören kann, lernt auch nichts!
- Wer nimmt scho gern an Sagg Hirschgweih en Arm = Drückt den Wunsch vieler Männer nach einer vollbusigen Frau aus. wörtl.: Wer nimmt schon gerne einen Sack mit Hirschgeweihen in den Arm.
- Wer nix denkt, ko au nix vrgessa. = Tröstlich für alle Dooofen. wörtl.: Wer nichts denkt, kann auch nichts vergessen.
- Wer nix glernd hodd, ko au nix vrgessa! = Wer nichts gelernt hat, kann auch nichts vergessen!
- Wer nix hodd, vrlierd au nix! = Wer nichts besitzt, kann auch nichts verlieren!
- Wer nix schaffd, machd au koine Fehlr! = Wer nichts arbeitet, macht auch keine Fehler!
- Wer no glagd, dem isch no z’helfa! = Wer noch jammert, dem kann man noch helfen!
- Wer oimol in sei Hos gschissa hodd, muass ällaweil schdenka! = Der Fluch der bösen Tat! wörtl.: Wer einmal in seine Hose geschissen hat, muss immer wieder stinken!
- Wer saufa ond feira ko, der ko au schaffa. = Wer saufen und feiern kann, der kann auch arbeiten.
- Wer schbäd uffschdohd, hodd lang schaffa. = Wer lange schläft, hat einen späten Feierabend!
- Wer schlofd, sündigt net, abbr wer zvor sündigt, schlofd bessr! = Wer schläft sündigt nicht, aber wer zuvor sündigt, schläft besser!
- Wer sei Angl z’friah rausziehd, fengd koin Fisch! = Wer seine Angel zu früh herauszieht, fängt keinen Fisch!
- Wer sei Geld nia zähld, woiß au net, wenn’s fehld! = Wer sein Geld nicht zählt, weiß auch nicht, wenn etwas fehlt!
- Wer seinr Lebdag bloß schaffd ond wuahld, der schaffd’s seinr Lebdag net zom Leba! = Wer das ganze Leben nur arbeitet und ranklotzt, der schafft es nie, zu leben!
- Wer selbr gohd, brauchd net zoga ond net gschoba werda. = Wer alles selbst macht, ist auch seines Glückes Schmid! wörtl.: Wer selbst geht, braucht nicht gezogen und nicht geschoben werden.
- Wer selbr mausa ko, brauchd koi Katz! = Wer die Mäuse selbst fängt, braucht keine Katze!
- Wer sich guad bedded, der liegd guad. = Wer sich gut bettet, der liegt gut.
- Wer sich mit Honig aschmierd, den fressad d’Mugga. = Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um wörtl.: Wer sich mit Honig einreibt, den fressen die Fliegen.
- Wer sich ondr d’Gleie mischd, den fressad d’Säu. = Vorsicht mit dem Umgang! wörtl.: Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Schweine.
- Wer uff am Scheißhaus gebora isch, kommd uff koi Kandabredd = Man bleibt, was man ist wörtl.: Wer auf dem Klo geboren wird, kommt nie aufs Kannenbrett
- Wer uff’s Erba hoffd, gohd barfuaß. = Wer aufs Erben hofft, ist ein armer Mensch! wörtl.: Wer auf ein Erbe hofft, geht barfuß!
- Wer viel Geld hodd ond isch saudomm, kaufd a alds Haus ond bauds oft om. = Leider wahr wörtl.: Wer viel Geld hat und richtig doof ist, der kauft sich ein altes Haus und baut es oft um.
- Wer viel afängd, ended wenig. = Wer vieles beginnt, wird wenig zu Ende bringen.
- Wer viel frogd, hörd viele Lugana. = Wer viel fragt, bekommt viele Lügen aufgetischt.
- Wer viel liagd, muass sich viel merga! = Wer oft lügt, muss sich viele Lügen merken!
- Wer viel schwätzd, liagd au viel! = Wer viel redet, lügt auch viel!
- Wer viel schwätzt, hodd oft wenig Geld! = Wer viel redet, hat oft wenig Geld!
- Wer warda ko, kommd au no a! = Zu dem der warten kann, kommt alles! wörtl.: Wer warten kann, kommt auch noch an!
- Wer warda ko, kriagd au an Mo, wer Gott vrdraud, wird au a Braud. = Zu dem der warten kann, kommt alles wörtl.: Wer warten kann, bekommt auch einen Mann, wer Gott vertraut, wird eine Braut.
- Wer weid frogd, wird weid gschickt. = Wer viel fragt, geht viel irr. wörtl.: Wer weit fragt, wird weit geschickt.
- Wer zeidig ’s beddla afängd, schdirbd net arm. = Wer frühzeitig mit betteln beginnt, stirbt nicht arm.
- Wer zom Ogligg gebora isch, der brichd da Fengr em Hosasagg = Wer kein Glück hat, bricht sich auch noch den Finger in der Hosentasche
- Wer zom laufa gebora isch, kommd uff koin Gaul! = Wer zum Gehen geboren ist, kommt nie auf ein Pferd!
- Wer zom zwoidamol heierd, der isch ’s net wert, dass em ’s erschde Weib gschdorba isch. = Kann ich absolut nicht bestätigen! wörtl.: Wer zum zweitenmal heiratet, ist es nicht Wert, dass ihm die erste Frau verstorben ist.
- Wer zur Arbad schbrengd, hodd net viel em Senn! = Wer zur Arbeit eilt, ist ein Blödmann!
- Wer Ärgr suachd, muass baua oder heira. = Wer Verdruss sucht, braucht bloß zu bauen oder zu heiraten.
- Wer ’s Weddr scheid, kommd net weid! = Wer Angst vor Ärger hat, kommt nicht weit!
- Wer’s glaubd, wird seelig ond wer en Mehlsagg schlupfd wird mehlig! = Wer es glaubt, wird selig und wer in den Mehlsack kriecht wird mehlig!
- Wer’s glaubd, wird seelig ond wer en Mehlsagg schlupfd wird mehlig, beim Kameefägr wird ma schwarz ond in dr Schual kriagd mr a Datz! = Wer es glaubt, wird selig und wer in den Mehlsack kriecht wird mehlig, beim Schornsteinfeger wird man schwarz und in der Schule gibt es eine Tatze.
- Wer’s glaubd, wird seelig, wer ’s net glaubd, kommd au en Hemml! = Wer es glaubt, wird selig, und wer es nicht glaubt, kommt auch in den Himmel!
- Wias Heahle, so ’s Oi! = Wie der Herr, so's Gescherr! wörtl.: Wie die Henne, so das Ei.
- Wiaschd werdad se älle, abbr Sach bleibt Sach. = Hässlich werden alle (Frauen), aber Besitz bleibt Besitz.
- Wie d’Säages, so dr Schnidd! = Auf die Qualität des Werkzeugs kommt es an! wörtl.: Wie die Sense, so der Schnitt!
- Wie hoißt uff Schwäbisch "Geiz ist geil"? Des kosch au selbr macha! = Wir heißt auf Schwäbisch "Geiz ist geil"? Das kannst Du auch selbst machen!
- Wie mr dr Hond ziagd, so hodd mr’n. = Auf die richtige Erziehung kommt es an! wörtl.: Wie man den Hund erzieht, so ist er dann auch.
- Wie mr issd, so schaffd mr au! = Wie man isst, so arbeitet man auch!
- Wie mr lebt, so schdirbd mr. = Wie man gelebt hat, so stirbt man auch.
- Wie soll I wissa, was i denk, bevor I hör, was i sag? = Relativierende schwäbische Grundeinstellung zu vorlautem Gerede.
- Wie ’s Oi, so d’Henn = Wie das Ei, so die Henne
- Willsch was gelda, mach de selda. = Wenn Du etwas gelten möchtest, mach Dich rar.
- Wo Geld isch, isch au dr Deifl, wo kois isch, do isch er zwoimol. = Wo Geld ist, ist auch der Teufel, wo keines ist, ist er sogar zweimal.
- Wo Sechs essad, wird au an Siebdr sadd! = Wo sechs Menschen essen, wird auch ein Siebter satt!
- Wo a Ladd waggeld, waggeld meischdens au noh meh. = Wo eine Latte lose ist, liegt meist noch mehr im argen. wörtl.: Wo eine Latte wackelt, wackelt meistens auch noch mehr.
- Wo anders isch au Scheiße! = Des Glückes ungeteilte Freude ward keinem Irdischen zuteil! wörtl.: Woanders gibt es auch Scheiße
- Wo dr Has uff d’Welt kommd, bleibt’r au! = Heimattreue wörtl.: Wo der Hase geboren wird, da bleibt er auch!
- Wo dr Wei neilaufd, gohd dr Vrschdand naus. = Deshalb sollte man den Wein nur mäßig in größeren Mengen genießen wörtl.: Wo der Wein reinfließt, läuft der Verstand raus.
- Wo d’ Eifrsuchd isch, gohd d’ Liab aus am Herza! = Wo die Eifersucht ist, geht die Liebe aus dem Herzen!
- Wo d’Lieb nafälld, bleibt se liega, ond wenns auf am Mischdhaufa isch! = Wo die Liebe hinfällt, bleibt sie liegen, und wenn es auf dem Misthaufen ist!
- Wo d’Lieb net reud, isch koin Weg zweid! = Wo die die Liebe nicht bereut wird, ist kein Weg zu weit!
- Wo d’Not zur Dier reikommd, fliagd d’Liab zom Fenschdr naus. = Wo die Not zur Türe hereinkommt, fliegt die Liebe zum Fenster hinaus.
- Wo gaggerd wird, wird au glegd! = Wo gegackert wird, wird auch gelegt!
- Wo gnuag isch, isch guad hausa! = Sorgenfrei, lebt es sich leicht! wörtl.: Wo genug ist, ist es leicht zu wirtschaften.
- Wo koi Liab isch, isch au koi Freid. = Wo keine Liebe ist, gibt es auch keine Freude.
- Wo koin Dank isch, isch au koi Ehr. = Fehlende Kinderstube wörtl.: Wo kein Dank ist, ist auch keine Ehre.
- Wo mr d’Katz schdreicheld, isch se gern! = Wo man die Katze streichelt, ist sie gerne!
- Wo nix isch, ko mr nix hola! = Wo nichts ist, kann man nichts holen!
- Wo nix isch, kommd au nix no! = Wo nichts ist, kommt auch nichts dazu!
- Wo se den gmachd henn, isch dr Hemadzipfl drzwischa komma = Verklemmtes schwäbisches Liebesleben wörtl.: Wo der gezeugt wurde, ist der Hemdzipfel dazwischen geraten
- Wo will au der des herwissa, der hodd jo no da Scheißhafaring am Arsch! = Über einen alles besser wissenden Jüngling wörtl.: Woher will der denn das wissen, der hat doch noch den Abdruck vom Töpfchen am Hintern.
- Woisch, zwoi kennad zamma singa, abbr schwätza bloß oinr! = Zwei können zusammen singen, aber reden kann immer nur einer!
- Wo’s Brauch isch, legd mr d’Kuah ens Bedd! = Andere Länder, andere Sitten! wörtl.: Wo es Brauch ist, legt man die Kuh ins Bett!
- Wo’s en dr Friah donnerd, schlägds am Middag ei! = Wo es in der Frühe donnert, schlägt es am Mittag ein.
- Wo’s net brennd, khörd net gschbritzd! = Alles zu seiner Zeit! wörtl.: Wo es nicht brennt, sollte man nicht löschen
- Wo’s riechd, do brennd’s au! = Wo es riecht, da brennt es auch!
- Zahl dei Sach, no muasch net Dankschee saga! = Bezahle alles, dann musst Du nicht Danke sagen!
- Zahla machd Frieda = Bezahlen bringt Frieden. (wie wahr)
- Zom Essa vorliega, zom drenga zriggliega ond zom Schaffa naliega. = Das können nur Reigschmeckte sein, oder? wörtl.: Zum Essen nach vorne beugen, zum Trinken nach hinten beugen und Arbeiten hinlegen.
- Zom Freßsagg wird koinr gebora, abbr uffzoga = Zum Vielfraß wird keiner geboren, aber gemacht.
- Zom Gligg isch’r gschdorba, er hädd eh nemme lang glebt. = Man muß halt Glück haben im Leben wörtl.: Zum Glück ist gestorben, er hätte nämlich nicht mehr lange gelebt.
- Zom Heirada khörad emmr zwoi! = Zum Heiraten gehören immer zwei!
- Zu Dod gfürchded, isch au gschdorba! = Man regt sich ja meist vergebens auf! wörtl.: Zu Tode gefürchtet, ist auch gestorben!
- Zu amma groba Sagg khörd an groba Bändl. = Zu einem groben Sack gehört ein grober Bändel.
- Zu de Leit komma ond bei de Leit sei, isch Zwoierlei. = Auf die Menschen zugehen und dann bei den Menschen sein, ist ein Unterschied.
- Zu dridd schaffa, zu zwoid schlofa, alloi erba. = Da spricht nichts dagegen wörtl.: Zu dritt arbeiten, zu zweit schlafen und alleine erben.
- Zu ra guada Eh khörad emmr drei: an Mo, a Frau ond ihr Muddr. = Zu einer guten Ehe gehören immer drei: ein Mann, eine Frau und ihre Mutter.
- Zuerschd muass ma en Schdall han, eh mr a Kuah kaufd. = Eines nach dem anderen wörtl.: Zuerst sollte man ein Stall haben, bevor man ein Kuh kauft
- Zur Hochzich ganga ond nix schenka isch, wie wenn einer bronzd ond koin Furz lässd. = Man beachte den kausalen Nexus wörtl.: Ohne ein Geschenk zu einer Hochzeit gehen, ist wie Pinkeln ohne einen Furz zu lassen
- Zviel isch biddr, ond wenns Honig wär! = Allzuviel ist ungesund! wörtl.: Im Überfluß wird alles bitter, und wenn es Honig ist
- Zwoi Däg isch mr Gaschd, ab am dridda bloß Laschd! = Zwei Tage lang ist man Gast, ab dem dritten wird man zur Last!